Kraftanstrengung: Aufbau des Zentralen Impfzentrums

Messe Karlsruhe. Foto: cg

Messe Karlsruhe. Foto: cg

Angesichts der Fortschritte in der Forschung zu mehreren Corona-Impfstoffen, die nun im oder vor dem Zulassungsverfahren stehen, weiten Stadt- und Landkreis Karlsruhe ihre abgestimmten Vorbereitungen für eigene Impfzentren aus.

Denn: Für die erste zentrale Impf-Phase hat das Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg die Messe Karlsruhe als Zentrales Impfzentrum (ZIZ) freigegeben, das nun kurzfristig auf Ebene von Stadt- und Landkreis bis zum 15. Dezember 2020 aufgebaut werden muss. Dann soll das ZIZ auch direkt betriebsbereit sein; unabhängig von der Frage, wann tatsächlich erste Impfstoff-Chargen zur Verfügung stehen.

Verwaltungsstab koordiniert und unterstützt

Ein gesonderter Verwaltungsstab Impfzentrum bündelt seit Dienstag, 1. Dezember 2020, die hierfür notwendigen Vorbereitungen. Der Stab koordiniert parallel zum ständigen Corona-Verwaltungsstab die Fülle der erforderlichen Arbeitsschritte – von der Personalgewinnung über die Logistik bis hin zum eigentlichen Impfprozedere –, die für die Planung, den Aufbau und Betrieb eines Impfzentrums unter Pandemie-Bedingungen erforderlich sind. Im Landesimpfkonzept gegen COVID 19 sollen die ZIZ – ergänzt um Mobile Impfteams – die erste zentrale Impf-Phase übernehmen. Auf dem Messegelände sollen dann bis Ende April täglich bis zu 1500 Impfungen durchgeführt werden können.

Herausforderung stemmen dank vorhandener Infrastruktur

„Diese gewaltige Herausforderung“, betont Bürgermeisterin Bettina Lisbach, „ein Impfzentrum gleichsam aus dem Boden zu stampfen, können wir hier nur dank der hervorragenden Infrastruktur stemmen, die die Messe Karlsruhe mit ihren Hallen bereithält“. Gleichwohl seien diese noch mit temporären Ausstattungen zu versehen, um möglichst viele Menschen bei größtmöglich gewahrter Sicherheit aller Beteiligten zuverlässig und gut dokumentiert nachvollziehbar impfen zu können.

Die für den Gesundheitssektor zuständige Dezernentin weiß um den besonders schwierigen Faktor medizinischer Personalgewinnung, da „bei ohnehin schon außerordentlicher Belastung in allen Bereichen“ zusätzliche Kräfte vorzuhalten und dann entsprechend einzusetzen sind – dies alles ohne zum jetzigen Zeitpunkt klare Aussagen, wann mit dem Impfstoff vor Ort tatsächlich zu rechnen ist. Bei Verwaltung samt Spitze und medizinischen Expertinnen wie Experten – Städtisches Klinikum und niedergelassene Ärzteschaft bringen sich intensiv ein –, herrscht Einigkeit, dass dieser Punkt im Sinne der Planbarkeit schnellstmögliche Klarheit erfordert. Gleiches gilt für die Übernahme der kompletten Kosten durch das Land Baden-Württemberg. Die noch offenen Punkte sollen nun zügig geklärt und letztlich vertraglich mit dem Land abgesichert werden.

Messe leistet Beitrag

Außer Frage steht dabei auch für die Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe, Britta Wirtz, dass Karlsruhe sein Möglichstes tun wird, um auf den Punkt bereit zu sein: „Was wir dafür sicherstellen müssen, reicht vom Verkehrsangebot über die bauliche Einrichtung von Warte- und Aufklärungsbereichen sowie Impfkabinen bis hin zu Entsorgungslösungen. Wir stimmen uns eng mit allen Beteiligten ab, um gerne unseren Beitrag in dieser so essenziellen Frage leisten zu können.“ Die Messe Karlsruhe stellt für das ZIZ über 3.000 Quadratmeter zur Verfügung.

Ergänzung (4. Dezember 2020)

Schwarzwaldhalle zusätzlich als Kreisimpfzentrum ausgewählt

Die Standorte für die Kreisimpfzentren in Baden-Württemberg stehen fest. Neben den neun Zentralen Impfzentren kann ab 15. Januar 2021 auch an rund 50 dezentralen Standorten gegen das Coronavirus geimpft werden.

Bis zum Vormittag des 2. Dezembers hatten die baden-württembergischen Städte, Gemeinden und Landkreise Gelegenheit, dem Ministerium für Soziales und Integration ihre Vorschläge für geeignete Standorte zu melden. Hierzu hatten sie einen Kriterienkatalog erhalten, um die Anforderungen für eine geeignete Liegenschaft einschätzen zu können. Die Entscheidung über die Standorte der Kreisimpfzentren erfolgte in Zusammenarbeit des Landes mit dem Städtetag Baden-Württemberg, dem Landkreistag Baden-Württemberg und dem Gemeindetag Baden-Württemberg unter Beteiligung der jeweiligen Kommunen.

Gesundheitsminister Manne Lucha: „Unsere Impfstrategie steht auf einem stabilen Fundament. Nach den neun Zentralen Impfzentren in Freiburg, Offenburg, Karlsruhe, Heidelberg, Stuttgart (2), Rot am See, Tübingen und Ulm haben wir nun auch die Standorte für die Kreisimpfzentren festgelegt. Diese sollen am 15. Januar 2021 betriebsbereit sein.“

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