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Sport- und Freizeitpark Untere Hub – viele Fragen weiterhin unbeantwortet

Öffentliche Bürgerbeteiligung zum geplanten Sport- und Freizeitpark. Fotos: cg / Grafik: pm

Im Rahmen der frühzeitigen öffentlichen Beteiligung stellten das Stadtplanungsamt Karlsruhe und das Stadtamt Durlach Zwischenergebnisse zur Unteren Hub vor.

Wer die öffentliche Präsentation der Entwurfsplanung zum „Sport- und Freizeitpark Untere Hub“ am Donnerstag (21. März 2019) nicht verpassen wollte, musste einem betroffenen Durlacher Verein angehören –  diese wurden offiziell eingeladen – oder schon ganz genau die Stadtzeitung studieren. Eine kurze Information über das Presse- und Informationsamt (PIA) der Stadt Karlsruhe? Fehlanzeige. Immerhin soll der „Campus“, wie er bei den Planern von HDK DUTT & KIST GmbH in der Vergangenheit auch betitelt wurde, neben den Vereinen allen Bevölkerungsgruppen zukünftig als „attraktiver Ort mit hoher Aufenthaltsqualität“ offen stehen sowie als „Treffpunkt und Ort für Spiel, Sport und Austausch“ dienen.

Trotz des „Informationshindernisses“ war der Festsaal der Karlsburg gut gefüllt. Um alle Anwesenden bezüglich des bisherigen Konzepts im Wissensstand anzugleichen, wurde es nochmals vorgestellt (Infos siehe Artikel zum Thema). „Dieses zeichne sich dadurch aus, dass es sich sehr gut in den Landschaftsraum einfügt“, so Dr. Kristin Barbey vom Stadtplanungsamt. Im Anschluss stellte Susanne Frisch vom Gartenbauamt das erarbeitete Vegetationskonzept vor. Eine möglichst große ökologische Vielfalt mit einheimischen und gebietstypischen Pflanzen ist hier das Ziel. Winterlinden sollen das lineare Bild der „Campus-Allee“ prägen, dazwischen sollen „Baumcluster“ mit Felsenbirnen für weitere Struktur sorgen. Die Parkfläche soll mit Hainbuchen, Spitzahorn und weiteren Arten „waldartig“ erscheinen. Nutzbar für Menschen sollen die Wiesen mit eingebetteten Feldgehölzinseln des geplante Erdwalls („Topos“) sein, der das Gelände von der unmittelbar daneben verlaufenden Autobahn visuell abgrenzt. Doch Frisch musste auf Nachfrage auch zugeben: „Wiesenflächen gehen verloren und können nicht vollständig ausgeglichen werden.“

Ausgleichsplanung ohne Plan

Eine Tatsache, für die auch Norbert Hacker vom Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe noch keine Lösung hat. Bei der Umsetzung nach bisheriger Planung würden sieben Hektar vollständig versiegelt werden, weitere sieben Hektar des insgesamt 20 Hektar großen Geländes teilversiegelt. 21 der 92 vorhandenen Bäume könnten erhalten bleiben. Der Großteil des Ausgleichs, so Hacker, könnte aber nur außerhalb des Planungsgebiets umgesetzt werden – möglichst im Stadtgebiet. Als Beispiel nannte er Maßnahmen im „Elfmorgenbruch“, doch bisher existiere noch kein Plan. Die landwirtschaftlichen Betriebe vor Ort befürchten indes, dass ihre bisher genutzten Flächen für den Ausgleich herangezogen werden könnten. Wobei auch bemerkt werden sollte, dass noch immer nicht alle notwendigen Flächen für das eigentliche Gelände im Besitz der Stadt Karlsruhe sind.

Hydrologische Bedenken der Anwesenden wurden durch die Experten nicht geteilt. Die Entwässerung des Gebiets würde nicht über die Pfinz erfolgen. Ein geotechnisches und hydrologisches Gutachten sei zudem vorhanden. Auch beim Klima sei kein Einfluss auf die Durlacher Siedlungsgebiete zu befürchten. Als „Kaltluftentstehungsgebiet mittlerer Güte“ würden sich nur lokale Veränderungen auf das Gebiet selbst ergeben.

Wie neuen Sport- und Freizeitpark erschließen?

Ein weiteres wichtiges Thema, das von Stadtplaner Stefan Schwartz vorgestellt wurde, war das Erschließungskonzept. Um mehr Verkehr über die Hubstraße zu vermeiden, sei die Haupterschließung über die alte B10 südlich der Hubbrücke geplant. Als „attraktive Anbindung ohne lange Wartezeiten“ soll der Verkehr Richtung Pfinztal einspurig abgetrennt von der Abbiegespur zur „Unteren Hub“ weitergeführt werden (s. Bilder). Eine Reduzierung der Geschwindigkeit wäre aber hierzu nötig. Ob ein Kreisverkehr daran anschließend die Verkehrsströme zu Reiterverein/Sport- und Freizeitpark sowie Turnerschaft regelt, ist noch nicht sicher. Bereits umgesetzt im Rahmen der Sanierung sei auf der Hubbrücke die Verbreiterung des Fußgängerbereichs. Weitere Verengungen im Bereich des Baumbestands entlang der Hubstraße sollen die Geschwindigkeit des verbleibenden Autoverkehrs reduzieren. In Zahlen seien dies bisher werktags 800 Fahrzeuge, samstags 900. Ohne Anbindung über die alte B10 würden diese durch den Sport- und Freizeitpark auf 1.770 bzw. 2.390 ansteigen. Durch die vorgestellte Lösung sieht das Gutachten 710 Fahrzeuge werktags und 960 Fahrzeuge samstags vor. Würde zusätzlich Durlach direkt über die alte B10 angebunden werden, könnte sich der Verkehrsstrom werktags auf der Hubstraße auf 270 und samstags auf 360 Fahrzeuge reduzieren lassen – so das Gutachten. Ob sich ein Schleichverkehr ohne die Anbindung Durlachs an die alte B10 aus Richtung Durlach über die Verbindung von Untermühl- und Dornwaldsiedlung ergeben würde, konnte Schwartz nicht beantworten, nahm diese Bedenken aber mit. Ebenfalls wurde an diesem Abend in der Karlsburg klar, dass mit Ross und Reiter als Verkehrsteilnehmer und Nachbar sensibel geplant werden muss. „Wir sehen die Pferde auch nicht im Kreisverkehr“, versicherte Schwartz. Allerdings ist noch nicht geklärt, wie ein möglicher Kreisel für Ablenkung auf dem Reitplatz sorgen würde. Ein weiteres Problem sehen die Reiter auch beim traditionellen Dressur- und Springturnier, wenn für zahlreiche Pferdetransporter und Autos Parkfläche benötigt wird. Bereits jetzt ist es jedes Jahr eine logistische Herausforderung. Dabei verwies die Verwaltung auf nötige Absprache unter den Vereinen.

TSD-Sporthalle kein „Faktum“ mehr

Neuigkeiten bezüglich Vereinssporthalle hatte im Anschluss an die Vorträge Manuel Rink, 2. Vorsitzender der Turnerschaft Durlach, im Gepäck: „Die Werner-Stegmaier-Halle ist vielleicht zukünftig kein Faktum mehr.“ Bisher war die bereits in die Jahre gekommene TSD-Halle in den Plänen als Bestand gesetzt. Ein Abriss könnte neue Möglichkeiten ergeben, auch hinsichtlich der Parkflächenplanung, die bisher immer zentral auf der westlichen Seite des Geländes vorgesehen war. Und somit wären auch neue Erschließungsvarianten möglich. Zusammen mit der Anmerkung von Ortschafts- und Stadtrat Hans Pfalzgraf (SPD), der im Rahmen der Diskussion versicherte, dass 30 Prozent des entstehenden Wohnraums auf dem Areal von DJK, TC und ASV als „geförderter Wohnraum“ geschaffen werden muss, sind das wohl die zwei wirklich neuen Erkenntnisse der Veranstaltung. Ein Vereinsvertreter formulierte es treffend: „Vor eineinhalb Jahren habe ich fast den gleichen Stand gehört“, Fragen seien für ihn weiterhin ungeklärt, so dass er „heute mit mehr Fragezeichen nach Hause gehen“ werde.

Weitere Informationen

Am 26. März 2019 geht es nun im Gemeinderat weiter. An diesem Termin wird über die Machbarkeitsstudie für die Veranstaltungshallen beraten, in deren Rahmen auch der Standort im Sport- und Freizeitpark Untere Hub geprüft wurde. Der Beschlusstermin für die öffentliche Auslegung des vorgestellten Bebauungsplans steht noch nicht fest.

Sportvereine in Durlach auf Durlacher.de

von cg veröffentlicht am

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