Flatter-Ulme ist Baum des Jahres 2019

Flatter Ulma ist Baum des Jahres 2019. Foto: A. Roloff

Flatter-Ulme, BDJ 2019. Foto: A. Roloff

Vereinzeltes Vorkommen in Rheinauen, Oberwald und am Grötzinger Baggersee.

Die Stiftung „Baum des Jahres“ hat vor Kurzem die wenig bekannte und seltene Flatter-Ulme zum Baum des Jahres 2019 gekürt. Die Schirmherrin der Stiftung, Bundesministerin Julia Klöckner, und die Deutsche Baumkönigin 2019, Caroline Hensel, rücken damit diese Baumart ins Licht der Öffentlichkeit. Damit wird nach der Bergulme 1992 jetzt die zweite Ulmenart Baum des Jahres. Insgesamt wurden seit 1989 bisher 31 Baumarten zum Baum des Jahres ausgerufen.

Baum des Jahres verträgt auch längere Überflutungen  

Die Flatter-Ulme, im Volksmund auch Iffe genannt, ist auch in unseren Breiten heimisch. Wie das städtische Forstamt mitteilt, finden sie aufmerksame Waldbesucher vereinzelt in den Karlsruher Rheinauewäldern, im Oberwald oder beim Grötzinger Baggersee. Bei einem frühwinterlichen Ausflug können Spaziergänger den Baum des Jahres auch nordöstlich des Tierparks Oberwald direkt an einem Waldweg bewundern.

Die seltene Flatter-Ulme kommt vor allem in Auewäldern und auf grundwassernahen Böden vor. Sie verträgt sogar Überflutungen von mehr als 100 Tagen im Jahr. Dabei stabilisiert sie sich durch ihre ausgeprägten sogenannten Brettwurzeln, die bei unseren einheimischen Baumarten eher eine Seltenheit darstellen. Weitere Erkennungszeichen sind laut Forstamt die typische Asymmetrie der Blätter am Blattgrund sowie der meist tief beastete Stamm. Wer im Frühjahr die buschigen Blüten der Flatterulme im Wind betrachtet, ahnt woher sie ihren Namen erhalten hat.

Ulmen sind von forstlicher Nutzung ausgenommen

Die Flatter-Ulme hat sich von den drei heimischen Ulmenarten noch am besten gegen eine komplexe Ulmenkrankheit wehren können. Das "Ulmensterben" wird durch einen aggressiven Pilz verursacht, der die außen im Stamm liegende Wasserleitbahn verstopft. Er wird übertragen durch den Ulmensplintkäfer, eine Borkenkäferart. Dieser Baumkrankheit sind in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts in Mitteleuropa viele Millionen Ulmen zum Opfer gefallen. Auch in den Karlsruher Wäldern gab es früher deutlich mehr Ulmen als heute. Im Karlsruher Wald bleiben heute alle Ulmen von einer forstlichen Nutzung ausgenommen und damit stehen. Dies ist ein Beitrag zum Erhalt der Biodiversität. Gelegentlich wachsen auch junge Flatter-Ulmen aus Naturverjüngung nach. Das Forstamt hofft, dass einzelne dieser Jungbäume auch einmal alt werden können.

Schon im Mittelalter nutzten die Menschen das Ulmenholz, das auch „Rüster“ genannt wird, zur Herstellung von Langbögen, Felgen, Rädern, Speichen und Wagenkästen. Das Handwerk schätzte dessen Eigenschaften: Ulmenholz ist zäh, mäßig hart, sehr stoß- und druckfest und schwindet recht wenig. Heute ist verbautes Ulmenholz nur noch sehr selten zu finden: in hochwertigen Furnieren, in Möbeln und im Innenausbau.

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