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Karlsruhe belegt 1. Platz beim ADFC-Fahrradklimatest

In Berlin nahmen Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamtes, und Bereichsleiter Ulrich Wagner die Auszeichnung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (l.) und dem ADFC-Bundesvorsitzenden Ulrich Syberg (r.) entgegen. Foto: Stadt Karlsruhe

Sieg in der Kategorie „Großstädte mit über 200.000 Einwohnern“

Karlsruhe wurde am heutigen Dienstag (9. April 2019) erneut beim ADFC-Fahrradklimatest in Berlin ausgezeichnet. Die Fächerstadt belegt erstmals den ersten Platz in der Kategorie „Großstädte mit über 200.000 Einwohnern“. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die klassischen Fahrradstädte Münster und Freiburg. Für Karlsruhe ist es bereits das vierte Mal hintereinander auf dem Siegertreppchen nach 2016, 2014 und 2012.

In Berlin nahm Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamtes, die Auszeichnung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und dem ADFC-Bundesvorsitzenden Ulrich Syberg entgegen.

30 Kriterien abgefragt

Beim ADFC-Fahrradklimatest bewerten die Radlerinnen und Radler die Situation des Radverkehrs in ihrer Kommune mit Schulnoten. Es werden rund 30 Kriterien abgefragt, etwa „Gibt es Konflikte mit Fußgängern oder Autofahrern?“, „Führung an Baustellen“ oder „Winterdienst“. Besonders gut schnitt Karlsruhe im Bereich „Radinfrastruktur/Radverkehrsnetz“ ab. Für das Kriterium „Erreichbarkeit des Zentrums“ erhielt die Fächerstadt die Note 2,0; für „Einbahnstraßen geöffnet für den Radverkehr in Gegenrichtung" die Note 1,9 und für „Öffentliche Leihfahrräder“ die Note 2,3.

„Die positive Bewertung unserer Radinfrastruktur bestätigt uns in unserem eingeschlagenen Weg, alle Hauptverkehrsstraßen konsequent mit Radfahrstreifen zu versehen. Die Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung ist ein einfaches Mittel, um Netzschlüsse im Radverkehrsnetz zu erreichen. Das wollen wir auch weiterhin verfolgen“, freute sich Karmann-Woessner bei der Preisverleihung.

Tatsächlich gab es kaum Veränderungen gegenüber 2016 (Platz 2). Erneut wurden die Kriterien „Radverkehrsführung an Baustellen“ (Note 4,1), „Fahrraddiebstahl“ (Note 4,2) und „Kontrolle von Falschparkern auf Radwegen“ (Note 4,4) schlecht bewertet. Für Karmann-Woessner sind diese Noten Ansporn: „Die schlechte Bewertung beim Thema Fahrraddiebstahl zeigt uns, dass wir mehr Fahrradständer, aber auch Radhäuser errichten müssen, damit man sein Fahrrad diebstahlsicher abstellen kann.“

20-Punkte-Programm wird fortgeschrieben

„Der erste Platz beim ADFC-Fahrradklima-Test ist auch eine Bestätigung der langjährigen Radverkehrsförderung in Karlsruhe“, kommentierte Bürgermeister Daniel Fluhrer, der als Dezernent für die Radverkehrsförderung zuständig ist. „Aber wichtiger als ein guter Platz bei dem Ranking ist es, die Nutzerzufriedenheit zu erhöhen. Denn wir dürfen uns nichts vormachen, wir haben den Platz nur mit der Note 'befriedigend' erreicht, aber wir möchten 'gut' werden“, so Fluhrer weiter. Daher werde Karlsruhe ab Ende 2019 im Rahmen eines Beteiligungsprozesses sein 20-Punkte-Programm zur Radverkehrsförderung fortschreiben. „Der erste Platz ist Motivation für uns alle, weiter mit hohem Engagement den Ausbau der Radmobilität zu forcieren.“

Für Ulrich Wagner, Bereichsleiter Verkehr beim Stadtplanungsamt, sind die Einzelnoten beim ADFC-Fahrradklimatest eine große Hilfe für die Arbeit: „Wir werden uns die Ergebnisse im Detail sehr genau ansehen und dann unsere Handlungsschwerpunkte für die Zukunft festlegen“, betonte er.

Weitere Informationen

Beim ADFC-Fahrradklimatest 2018 nahmen in Karlsruhe fast 1.900 Menschen Teil. Das ist bezogen auf die Einwohnerzahl einer der höchsten Teilnehmerwerte bundesweit. 2014 lag die Teilnehmendenzahl noch bei 900, 2016 schon bei 1.400 Menschen. Insgesamt haben 2018 fast 700 Kommunen in verschiedenen Kategorien am Fahrradklimatest teilgenommen.

von pia veröffentlicht am

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