Samariter stellen in Karlsruhe und Bruchsal Schlafsäcke für Wohnungslose bereit

Anlaufstelle IGLU: Schlafsäcke und Hygiene-Sets geben der Sozialarbeiter Stefan Kreß (Mitte) und die Leiterin des Sybelcentrums Eva Rühle (r.) nun an Bedürftige weiter. ASB-Regionalgeschäftsführer Dr. Andreas Bröker (l.) und Alina Thome, ASB-Auszubildende, brachten die Spende zur Adlerstraße. Fotos: ASB Region Karlsruhe

Anlaufstelle IGLU: Schlafsäcke und Hygiene-Sets geben der Sozialarbeiter Stefan Kreß (Mitte) und die Leiterin des Sybelcentrums Eva Rühle (r.) nun an Bedürftige weiter. ASB-Regionalgeschäftsführer Dr. Andreas Bröker (l.) und Alina Thome, ASB-Auszubildende, brachten die Spende zur Adlerstraße. Fotos: ASB Region Karlsruhe

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Region Karlsruhe hat insgesamt 90 robuste Schlafsäcke zwei Partner-Organisationen in der Stadt und im Landkreis übergeben.

Das Julius Itzel Haus der Caritas in Bruchsal und das IGLU (Sybelcentrum) der Heimstiftung Karlsruhe halten diese nun für wohnungslose Menschen bereit. Zur Spende zählen ebenso Zahnbürsten, Zahnpasta und Duschgel in handlichen Sets. Sie sind Beitrag zur so genannten Kältehilfe des ASB. Die Hilfsorganisation legte diese bundesweite Aktion in diesem Jahr auf den Tag ihrer Gründung am 29. November vor 130 Jahren.

„Die Resonanz im Vorjahr war da“, sagt der ASB-Geschäftsführer für die Region Karlsruhe, Dr. Andreas Bröker. „Und von unseren Partnern wissen wir: Die Not hält an. Damit war für uns klar: Wir legen nach. Zwar mochte im warmen September, als wir die Order an unseren Bundesverband gaben, noch niemand an Winter denken. Doch spätestens der Frost jetzt zeigt, wie wichtig der Schutz gegen Kälte ist. Diesmal sind wir auch im Landkreis aktiv, mit dem Caritasverband Bruchsal als Partner, der Bedürftigen im nördlichen Landkreis, so auch aus Bruchsal und Bretten hilft.“

Die Sachspende erfolgte im Vorgriff auf die Kältehilfe-Aktion des ASB heute an 40 Orten im gesamten Bundesgebiet. Bestellt wurden 100 Schlafsäcke und Hygiene-Sets für das Verbandsgebiet. 60 Pakete gingen nach Bruchsal, 30 nach Karlsruhe zur Anlaufstelle IGLU, das im Vorjahr bereits lokaler Partner der Kältehilfe-Aktion war, in die Adlerstraße. Zehn weitere Pakete verwendet der ASB Karlsruhe für Einsätze im Bevölkerungsschutz, etwa wenn Menschen wegen eines Bombenfunds evakuiert werden müssen.

Unkomplizierte, zupackende Hilfe für junge Menschen

Bei der Übergabe in Karlsruhe war neben Andreas Bröker die Auszubildende Alina Thome dabei. Sie absolviert in der Geschäftsstelle des ASB Karlsruhe eine Lehre als Kauffrau für Büromanagement und wirkt nun in der Jugend- und Auszubildenden-Vertretung (JAV) mit. In diesem Gremium kümmern sich neben ihr Laura Werner vom ASB-Hausnotrufteam und Dennis Wetz aus dem ASB-Rettungsdienst um Anliegen junger Kolleginnen und Kollegen. Die JAV hatte, berührt von der Not von Altersgenossen, schon 2017 dafür gesorgt, dass ein Teil der Spende abermals an das IGLU geht.

Das niedrigschwellige Angebot des Sybelcentrums der Heimstiftung Karlsruhe richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis ca. 27 Jahren, die wohnungslos sind oder Gefahr laufen, es zu werden. Alina Thome, 21 Jahre, vom ASB beschreibt ihr Motiv, speziell junge Menschen zu unterstützen, so: „Ein warmes Zimmer, wenn man es braucht, Kaffee oder heißes Wasser auf Knopfdruck, mal eben duschen, der Griff zu einem Fön, Geld für den Einkauf oder einen Snack: Das alles ist für uns selbstverständlich. So vergessen wir allzu leicht, dass es Mitmenschen gibt, die davon ausgenommen sind, und wir übersehen sie in unserem Alltag leider auch allzu leicht.“ Für Thome war es an diesem Dienstag der erste Besuch an der Adlerstraße.

Die unkomplizierte Art der Sozialarbeiter in der Anlaufstelle beeindruckte sie: „Respekt, ich find‘s toll, dass es zupackende Menschen gibt, die dafür sorgen, dass die, die obdachlos sind oder Probleme in der Wohnsituation haben, in ihrer Lage ernst genommen und unterstützt werden.“ Der Blick über den Tellerrand und von außen zurück auf die eigene Arbeit ist Alina Thome beim ASB wichtig. Das gelte, wie sie sagt, auch für ihr Engagement in der Jugend- und Auszubildenden-Vertretung, die sich kürzlich neu konstituierte.

Fürsorge – ein Wort, ganz praktisch in die Tat gesetzt

ASB-Regionalgeschäftsführer Bröker weiß aus früherer Tätigkeit mit dem Ziel, Hartz-IV-Empfänger beruflich zu integrieren: „Es kann ganz schnell ungewollt nach unten gehen. Dass es Einrichtungen und Menschen gibt, die das Wort Fürsorge in unserer Gesellschaft ganz praktisch in die Tat umsetzen, kann man nicht hoch genug einschätzen. Denn wie sagte schon Erich Kästner? ‚Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.‘“ So sei auch das ASB-Motto „Wir helfen hier und jetzt“ zu verstehen.

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