Untere Hub: Sport- und Freizeitpark wird konkreter

So könnte der neue Sport- und Freizeitpark ausschauen. Grafik: HDK Dutt & Kist GmbH

So könnte der neue Sport- und Freizeitpark ausschauen. Grafik: HDK Dutt & Kist GmbH

Erneut wurde ins Durlacher Rathaus zum Thema „Sport- und Freizeitpark Untere Hub“ eingeladen. Dieses Mal stand die öffentliche Schlusspräsentation an, bevor es im Juli 2018 dann in das Bebauungsplanverfahren gehen soll.

Wie bei der ersten öffentlichen Vorstellung des städtebaulich-landschaftsplanerischen Entwurfs Ende November 2017 begrüßten auch dieses Mal Bürgermeister und Sportdezernent Martin Lenz sowie Baubürgermeister Michael Obert die interessierten Bürger – darunter auch Vertreter der betroffenen Vereine und Grundstückseigentümer.

Ökologische Aspekte beleuchtet

Zum Auftakt des Abends wurden verschiedene Aspekte des Projekts vorgestellt, bei denen Klärungsbedarf bestand. Wie beispielsweise die Auswirkungen auf das Klima und die Luft. Da die geplante Bebauung wenig strukturiert sei, würden sich keine Auswirkungen auf die Kaltluftsituation ergeben. Ebenso sei die Nähe zur Autobahn kein Problem für die Luftqualität. Der Grenzwert für Schadstoffe wie Stickstoffdioxid würde eingehalten werden. Der Verdünnungseffekt der gut durchlüfteten Fläche sei groß genug. In Sachen Lärm gab es dagegen weniger gute Nachrichten. Eine Lärmschutzwand direkt an der A 5 würde keinen positiven Effekt bringen. Ebenso wirkt sich der geplante Erdwall („Topos“) mit einer Höhe von sechs Metern und 900 Meter Länge nur minimal lärmreduzierend aus – von 70 dB(A) tags auf 65 dB(A). Beim Thema Entwässerung wurde Entwarnung gegeben. Das bisherige Grabenvolumen von 4.700 Kubikmetern würde um 9.700 Kubikmeter vergrößert werden. Daraus erhoffen sich die Planer auch ökologisch wertvolle Feuchtbiotope. Ein wichtiger Punkt auch für die Bewohner der Untermühlsiedlung, denn diese haben regelmäßig mit Grundwasser im Keller zu kämpfen.

Verkehr und Großsporthalle

Beim Verkehr sind die Ergebnisse der Zählung inzwischen ausgewertet. Eine Einmündung direkt südlich der Brücke mit Anschluss an die alte B 10 soll die Lösung bringen. Die Hubstraße soll damit entlastet werden, zudem soll eine Verbreiterung des Gehwegs diese Anfahrtsmöglichkeit für Autofahrer zusätzlich unattraktiv machen. Stärkung der Fußgänger und Fahrradfahrer ist hier das Motto (s. Artikel zum Thema).  Kritische Anmerkung aus dem Publikum: Die Hubstraße könnte sich bei Stausituationen so zum Schleichweg auf die alte B 10 entwickeln.

Ebenso ist die mögliche Großsporthalle, die aktuell zur Diskussion steht, hier noch nicht in die Prognose eingeflossen. Ob diese mit einer Dimension von 3.500 Zuschauerplätzen auf der „Unteren Hub“ verwirklicht wird oder ob lediglich 800 Zuschauer Platz finden werden – so wie es sich die Durlacher Vereine wünschen – ist offen. Zur Zeit werden vier mögliche Standorte in Karlsruhe diskutiert. Eingeplant sei aber bereits die größere Grundfläche der Halle sowie die notwendige Reserve an Parkplätzen, versicherte Projektleiter Luca Kist vom Planungsbüro HDK DUTT & KIST aus Saarbrücken.

„Sportcampus Durlach“

Kist stellte das Projekt „Sportcampus Durlach“, so der Arbeitstitel, im zweiten Teil der Veranstaltung nochmals vor. Viel davon überschnitt sich mit der Präsentation im November (s. Artikel zum Thema). Neu war die bildhalfte Präsentation – Illustrationen des Parcours oder auch der Campusallee mit einem auf dem Boden eingezeichneten Leitsystem waren zu sehen. Alles hübsch, alles farbenfroh, alles sehr idyllisch.

Dass Bürger das Großprojekt, welches im Mai 2020 beschlossen werden soll, aber auch sehr kritisch sehen, wurde in der anschließenden Diskussion ebenso klar. Denn für den Sport- und Freizeitpark sind noch lange nicht alle benötigten Flächen zusammen. Ausgleichsflächen seien zwar im begrenzten Maße vorhanden, doch ob ein Landwirt mit diesen auch etwas anfangen kann, bleibt fraglich. Man muss also abwarten, wie es bei den Verhandlungen hier weitergehen wird.

Grafiken/Pläne:
HDK Dutt & Kist GmbH (Landschaftsarchitekten, Stadtplaner)

Fotos: cg

Weitere Informationen

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