Rückenwind für den Radverkehr in der Region

Potenzielle Korridore für Radschnellverbindungen in der Region Mittlerer Oberrhein. Grafik: pm

Potenzielle Korridore für Radschnellverbindungen in der Region Mittlerer Oberrhein. Grafik: pm

In der Rangliste der möglichen Radschnellwege im Land liegt die Region Mittlerer Oberrhein auf den vorderen Plätzen.

Über dieses Ergebnis der kürzlich erschienenen Potenzialstudie des Landes informierte der Regionalverband seinen Planungsausschuss.

Die Potenzialstudie ist der erste Schritt zur Realisierung der Radschnellwege im Land. Im zweiten Schritt erstellen die Regionen für jeden Korridor Machbarkeitsstudien, in denen Varianten für die Wegeführung und die Verknüpfungen mit dem bestehenden Radnetz untersucht werden. Daran schließen sich die Ausführungsplanung und der Bau an.

Im Bewertungsraster der Potenzialstudie haben nur drei Korridore die höchste Punktzahl erreicht. Zwei davon liegen in der Region Mittlerer Oberrhein. Der eine verläuft von Ettlingen, der andere von Pfinztal nach Karlsruhe. Ebenfalls in der höchsten Kategorie, dem „vordringlichen Bedarf“ mit voraussichtlich mehr als 2.000 Radfahrern pro Tag, liegt die Verbindung von Karlsruhe über Weingarten nach Bruchsal. In der mittleren Kategorie „potenzielle Radschnellverbindung“ mit voraussichtlich mehr als 1.500 Radfahrern pro Tag liegen die Korridore von Bühl über Baden-Baden-Oos und Rastatt nach Karlsruhe, von Karlsruhe zum KIT sowie von Karlsruhe über Stutensee nach Bruchsal (s. Grafik).

„Das Ergebnis bestätigt, dass unsere Region beste Voraussetzungen für die Einrichtung von Radschnellwegen besitzt. Darum hat die Region bereits letztes Jahr mit dem zweiten Schritt, den Machbarkeitsstudien, begonnen. Im Frühjahr werden alle Korridore der höchsten und mittleren Kategorie in unserem Raum begutachtet und Maßnahmenkonzepte für Radschnellwege erarbeitet. Das Ergebnis der Machbarkeitsstudien soll noch im Jahr 2018 vorliegen“, informierte Verbandsdirektor Gerd Hager über den Stand der Arbeiten in der Region.

Ob der Radschnellweg zwischen Pfinztal und Karlsruhe auch in die Pfalz fortgeführt werden kann, wird demnächst der Verband Region Rhein Neckar prüfen. Fördermittel für eine Machbarkeitsstudie hat das Land Rheinland-Pfalz bereits zugesagt. Einzelheiten zum Untersuchungskorridor stimmen Verband und Land derzeit mit den berührten Landkreisen ab.

„Unsere Forderung ist, dass das Land Baden-Württemberg auch den Bau der Radschnellwege finanziert, denn sie haben eine weiträumige Erschließungsfunktion und sollen das überörtliche Straßennetz entlasten“, erinnert Hager an einen Beschluss des Regionalverbandes aus dem Jahr 2017. „Das landesweite Ranking der Maßnahmen liefert die besten Argumente für unsere Forderung.“

Radschnellwege

Radschnellwege sollen den Radverkehr auf längere Entfernungen, zwischen fünf und dreißig Kilometer, attraktiv machen. Die Schnellstraßen für den Radverkehr sollen zwischen drei und vier Meter breit und möglichst kreuzungsfrei sein. Ziel dieser Standards sind schnelle, sichere und bequeme Verbindungen von den Wohnstandorten zur den Arbeitsplatzzentren. Pendlern soll so der Umstieg auf das Fahrrad erleichtert werden.

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