„Waldbaden“ stärkt Körper und Geist

Erholung im Oberwald. Foto: cg

Erholung im Oberwald. Foto: cg

Wer sich in den Karlsruher Wäldern bewegt, tut etwas für seine Gesundheit.

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen weisen nach, dass sich Spaziergänge im Wald positiv auf Herz, Immunsystem und Psyche auswirken. „Unser heimischer Wald ist Medizin für den Menschen, nicht einmal verschreibungspflichtig, und er hat den ganzen Tag geöffnet“, meint Ulrich Kienzler, der Leiter des städtischen Forstamtes.

Die japanische Regierung erkannte bereits 1982 die gesundheitsfördernde Wirkung des Waldes und prägte den Begriff des Shinrin-Yoku, was so viel bedeutet wie „Waldbaden“. Es ist dort mittlerweile ein anerkannter Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Der Aufenthalt im Wald wirkt wie eine Art Aromatherapie, die auch das Immunystem stärkt. „Der Wald verspricht Ruhe und Erholung und hilft uns, Alltags-Belastungen wie Stress, Ängste und Aggressionen besser zu bewältigen. Dabei ist es nicht einmal notwendig, sich körperlich besonders anzustrengen“, sagt der Waldexperte weiter. Schon ein gemütlicher Waldspaziergang ohne Smartphone und Kopfhörer reiche aus. Und man könne zudem viele interessante Dinge wie eindrucksvolle Baumgestalten entdecken oder die vielen Geräusche des Waldes bewusst wahrnehmen. Damit die Wald-Medizin keine schädlichen Nebenwirkungen bekommt, raten die Forstleute dazu, nach dem Aufenthalt im Wald den Körper nach Zecken abzusuchen.

Das städtische Forstamt unterhält auf den 4.620 Hektar Wald im Stadtgebiet etwa 250 Kilometer Waldwirtschaftswege und Spazierwege sowie zahlreiche Waldparkplätze und eröffnet so Waldbesucherinnen und -besuchern sowie Sporttreibenden einen einfachen, bequemen und darüber hinaus kostenfreien Zugang zu einem wertvollen Erholungsraum. Sitzbänke und andere Erholungseinrichtungen wie etwa Waldspielräume bieten weitere Nutzungsmöglichkeiten in der Freizeit. Gerade jetzt im Sommer kann man also nicht nur im Schwimmbad, sondern auch im Wald baden gehen. Und das bei angenehmeren Temperaturen als in der Stadt und ungestört von der Holznutzung, die erst wieder im Spätherbst beginnt.

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