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Stadt möchte vermehrt Geschwindigkeitsanzeigen aufstellen

Foto: cg

Zu schnell: In Karlsruhe sollen künftig vermehrt Geschwindigkeitsanzeigen aufgestellt werden, damit Autofahrer nicht mit zu hohem Tempo unterwegs sind.

Nach welchen Kriterien die Stadtverwaltung geeignete Standorte auswählen möchte, hat sie dem Planungsausschuss am Donnerstag (13. Oktober 2016) in nichtöffentlicher Sitzung unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert vorgestellt.

Vorausgegangen ist eine Untersuchung der Hochschule Karlsruhe zur Wirksamkeit von Geschwindigkeitsanzeigen – mit und ohne Smiley oder anderen Motivationsrückmeldungen an Autofahrer. Ob Autofahrer beim Anblick der Anzeige den Fuß vom Gas nehmen, hatte die Hochschule in Grünwettersbach und Palmbach sowie Stupferich beobachtet und ausgewertet. Das Ergebnis war positiv: Autofahrer reduzieren ihr Tempo, fahren deutlich weniger mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Ortschaften.  Erkenntnis der Hochschul-Studie ist auch, dass Dialog-Displays – also Anzeigen, die etwa mit einem „Danke“ auf das Einhalten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit reagieren – schlechtere Ergebnisse erzielen als reine digitale Tempo-Anzeigen. Und: Werden die Displays wieder entfernt, kehren Autofahrer rasch zum alten, zu schnellen Fahren zurück.

Nicht überall sind diese Anlagen möglich und sinnvoll. Zu sehen sind neben der finanziellen Seite insbesondere Aspekte wie eine Überlastung des Stadtbildes oder Gewöhnungseffekte. Daher hat die Stadtverwaltung einen Zehn-Punkte-Katalog erarbeitet. Die Prüfkriterien werden künftig für Entscheidungen herangezogen.

Geschwindigkeitsanzeigen kommen danach nur in Frage, wenn der Standort Voraussetzungen erfüllt hinsichtlich des Abstands zu bestehenden Ampeln und Verkehrsschildern (mindestens 200 Meter), der Sichtweite (mindestens 100 Meter) oder auch der Möglichkeit der Anbringung (gesondert an einem Mast, mindestens 2,5 Meter über dem Boden). Zudem gilt für Unfallhäufungspunkte: Der Appell, den Fuß vom Gas zu nehmen, muss in Kombination mit anderen Maßnahmen erfolgen, die erwarten lassen, dass das Geschwindigkeitsniveau sinkt. Weitere sechs Rahmenbedingungen, von denen mindestens drei gegeben sein müssen, betreffen das Verkehrsaufkommen (mehr als 2.000 Fahrzeuge täglich) oder die Frage, ob im Nahbereich Schulen, Altenheime oder andere schutzwürdige Einrichtungen sind.

von pia veröffentlicht am

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