Die grellen Punkte im Bereich der Tramhaltestelle „Ellmendinger Straße“ und der Westmarkstraße / Ecke Leußnerstraße weisen auf die Gedankenlosigkeit Kaugummi kauender Bürger hin und würden der These von Wissenschaftlern wiedersprechen, dass Kaugummikauen die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigere, so die Verantwortlichen der Aktion. Schüler der Energie-AG der Oberwaldschule markierten unter der Aufsicht ihres Lehrers Walter Deichmann mit wasserlöslicher Sprühkreide diesen klebrigen und schwierig zu entfernenden Dreck. „Kaugummi ist zum Umweltproblem geworden“, so Deichmann.
Diese Idee haben die Oberwaldschüler von Stuttgarter Schülerinnen übernommen, die im Vorfeld des Weltklimagipfels in Paris vergangenen Jahres in der Stuttgarter Innenstadt dieses Projekt während der bundesweiten Klimakunstkampagne von BildungsCent Berlin durchführten.
Kurz vor den Sommerferien und dem Jahresurlaub vieler Familien wollten sie die Schülerinnen und Schüler samt der Bürger in Aue zum Nachdenken anregen, Abfall zu vermeiden oder korrekt zu entsorgen – und zwar an allen Orten, wo sie sich aufhalten. Heute ist herkömmliches Kaugummi mit künstlichen Rohstoffen (Thermoplasten) versetzt und dadurch biologisch nicht abbaubar. Es dauert Jahre, bis sich Kaugummi zersetzt oder zerfällt. Menschen und Vierbeiner, die in diese klebrige Masse getreten sind, wissen wie mühsam es ist, Kaugummi aus Haaren oder Textilien zu entfernen.
„Diese Aktion war genehmigt“, so Deichmann. Die Farbe wird sich bei starkem Regen auflösen, übrig bleiben dann die hässlichen schwarzen, grauen oder weißlichen Punkte. Der Umweltschutzgedanke und der Umweltschmutz blieben hingegen.