„Fahrradweg ins Nirgendwo“

Die Radfahrer sollen statt auf dem breiten Gehweg auf der Straße fahren. Foto: wobla

Die Radfahrer sollen statt auf dem breiten Gehweg auf der Straße fahren. Foto: wobla

Beim Bau eines Kreisverkehrs an der Fiduciastraße ist noch immer kein Ende in Sicht (s. Artikel zum Thema).

Ob Absuchen auf Kampfmittel, Leitungsverlegearbeiten oder Bauen in Abschnitten: Dass aber die Bauarbeiten trotz des milden Winters mit teilweise frühlingshaften Temperaturen hinter dem Zeitplan herhinken, ist so nicht verständlich. Grund für die Verzögerung waren nach Auskunft des Tiefbauamts die „wenigen Frosttage zu Jahresbeginn“. Eine Aussage, die nicht nur Bau-Experten verwundert, denn normalerweise werden bei Bauarbeiten im Winter deshalb „Puffertage“ eingerechnet – und milde Temperaturen wie in diesem Jahr sollten die Arbeiten eigentlich vorantreiben.

Bewusste Planung: Straße, statt auf dem Radweg

Für Verwunderung und Kopfschütteln bei vielen Bürgern sorgt aber neben der extrem langen Bauzeit für einen simplen Kreisverkehr auch die zukünftige ungewöhnliche Verkehrsführung für Radler. An der Einmündung zur Ostmarkstraße werden Radfahrer nach Fertigstellung des Kreisels zunächst auf die künstlich verengte Fahrbahn geführt, obwohl es hier einen extra breiten „Seitenstreifen“ mit farblich markierten Flächen für Fahrradfahrer und Fußgänger gibt!

Nach zehn Metern auf der Straße endet dann die Radwegmarkierung relativ abrupt – und die Pedaleure stehen vor der Wahl, ob sie sich Richtung Osten im Slalom durch parkende und fahrende Autos schlängeln – oder aber zurück auf den breiten Fuß- und Radweg fahren sollen.

Doch diese gefährliche Anlage eines „Fahrradwegs ins Nirgendwo“ ist verblüffenderweise im Sinne der Planer. In Straßenzügen mit Tempo 30 sollen Radler nämlich künftig „überall im Stadtgebiet von Geh- und Radwegen heruntergeholt und auf die Fahrbahn geleitet werden“, so die Aussage der Planer.

Auch in engen Gassen von „dörflich geprägten Ortskernen“ wie in Aue werde dabei keine Ausnahme gemacht. „Fahrradfahrer und Fußgänger kommen sich eher ins Gehege als Radler und Autofahrer“, lautet die profane Stellungnahme des Tiefbauamts auf Nachfrage des „Wochenblatts“: Ausnahmen von diesen „Vorgaben“ würden nicht gemacht, auch wenn es wie in der Ostmarktstraße kaum Parkplätze, nur wenig Platz für Autos, dafür aber einen extra breiten Geh-/Radweg mit Platz für mehrere Nutzungsmöglichkeiten gibt. Unverständnis macht sich bei Bürgern breit! Von städtischer Seite sollte vielleicht doch noch (vor der Inbetriebnahme) über eine solche „Umsetzung à la Schilda“ nachgedacht werden.

Bilder: Aktueller Stand bei den Bauarbeiten in der Fiduciastraße. Fotos: cg

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