Nach 10 Jahren Abgeordnetentätigkeit: Stober (SPD) sagt dankbar „Auf Wiedersehen“

Nach 10 Jahren Abgeordnetentätigkeit: Stober (SPD) sagt dankbar „Auf Wiedersehen“. Foto: cg

Johannes Stober sagt dankbar „Auf Wiedersehen“. Foto: pm

Mit der 15. Legislaturperiode des baden-württembergischen Landtags endet am kommenden Samstag (30. April 2016) auch die Amtszeit des Landtagsabgeordneten Johannes Stober.

„Es war eine schöne Zeit, für die ich sehr dankbar bin. Die Wählerinnen und Wähler haben aber entschieden, dass diese Zeit nun zu Ende geht“, so der Sozialdemokrat, der wieder in seinen Beruf als Softwareentwickler zurückgehen wird.

In der Zeit Abgeordneter gewesen zu sein, in der erstmals die CDU in Stuttgart auf den harten Oppositionsbänken Platz nehmen musste, war für Stober ein einmaliges Erlebnis. „Dabei wurde vieles machbar, das in Baden-Württemberg Jahrzehnte als unvorstellbar galt“, so der SPD-Politiker. Von ganz besonderer Bedeutung waren für ihn die Abschaffung der Studiengebühren und die Wiedereinführung der Verfassten Studierendenschaft (VS) an den baden-württembergischen Hochschulen, wofür Stober schon während seines Informatik-Studiums an der Universität Karlsruhe (heute KIT) gekämpft hatte.

Insgesamt habe die grün-rote Koalition in den vergangenen Jahren Entscheidendes auf den Weg gebracht – vor allem in der Bildungspolitik. „Die Früchte dafür hat jedoch der Koalitionspartner geerntet“, so Stober. Er hoffe aber, dass die Grünen auch in der nächsten Landesregierung die gemeinsam erreichten Erfolge verteidigen werden und es der CDU nicht gelingen wird, das Rad der Geschichte wieder zurückzudrehen.

Im Blick hat Stober auch die Wohnungspolitik, für die er sich in den letzten drei Jahren als zuständiger Sprecher der SPD-Landtagsfraktion eingesetzt hatte. Mit dem aktuellen Landeswohnraumförderprogramm, den mit der Wohnungswirtschaft ausgehandelten Eckpunkten für ein landesweites Bündnis für bezahlbares Wohnen und dem Willen, mit einem Wohnungsbaubeschleunigungsgesetz endlich Schwung in die Sache zu bringen, habe das SPD-geführte Wirtschaftsressort den neuen Koalitionspartnern von Grün und Schwarz hier ein bestelltes Feld hinterlassen. „Richtig ist aber auch, dass wir als SPD bei diesem Thema deutlich zu spät durchgestartet sind“, so der in Teilen auch kritische Rückblick Stobers.

Sehr gefreut hat sich Stober in den Wochen nach der Wahl über die vielen positiven Rückmeldungen – und auch die Ermunterung, sich für das eine oder andere öffentliche Amt zu bewerben, das in der nächsten Zeit zu besetzen ist. „Nach 10 Jahren Vollgas sehne ich mich nun aber nach einem Leben in Normalgeschwindigkeit“, so Stober, der im Oktober dieses Jahres bei seinem früheren Arbeitgeber, der Karlsruher PTV AG, wieder als Softwareentwickler einsteigen wird. „Und ob ich ein paar Jahren noch ein zweites Mal mein großes Hobby, die Politik, zum Beruf machen werde, weiß ich heute noch nicht.“

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