Über 1.000 Teilnehmer tanzten vor begeistertem Publikum

Über 1.000 Teilnehmer tanzten vor begeistertem Publikum. Foto: pm

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Die 44. Badischen Meisterschaften sind Geschichte. Die größte Veranstaltung in 111 Jahren KaGe 04 wurde erfolgreich gemeistert.

Mehr als zwei Jahre vergingen von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Die Bewerbung war im März 2013 erfolgt, der Zuschlag kam vier Monate später.

Von da an liefen die Vorbereitungen, koordiniert von einem kleinen, fleißigen Orga-Team. Und je näher der Termin rückte, umso gewaltiger erschien diesem Team die Veranstaltung… Am Ende gab es eine Checkliste von sieben eng beschriebenen Seiten.

Halle, Schule, Reinigung, Essen, Getränke, Helfer, Pokale, Jury, Wertungsheft, Eintrittskarten, Sponsoren, Parkplätze, Geschirr, Müllentsorgung, Technik, Logistik… unglaublich, an was alles zu denken war. Rückblickend kann man aber zufrieden feststellen, dass jedenfalls nichts Wesentliches vergessen worden ist.

Wirklich „ernst“ wurde es, als ab dem 1. November 2014 die Starteranmeldungen eingingen und die ersten Eintrittskartenbestellungen eingingen. Und dann ergab sich ein ganz unerwartetes Problem – die Eintrittskarten für den Samstag waren schon bald ausverkauft. Mit einigen Laufkarten konnte der Bedarf etwas abgefedert werden, dennoch konnten an diesem Tag nicht alle Gäste kommen, die gerne dabei gewesen wären.

Mitte Dezember 2014 fand im Vereinsheim der KaGe 04 die Auslosung der Startreihenfolge statt, vorbereitet vom Team von garde2000 um Manfred Lipp.

Unsere Tanzmariechen Melanie Wörner und Larissa Künzler fungierten als Glücksfeen. Schließlich stand fest, in welcher Reihenfolge die knapp 140 Starter aus rund 30 Vereinen auf die Bühne gehen würden.

Nach der Weihnachtspause begannen bereits am 5. Januar 2015 die ersten konkreten Aufbauvorbereitungen. Zwei Tgae später wurde das Kochzelt für die Helfer des Gesangvereins Frohsinn Knielingen um Elke und Wolfgang Marschall, die für das leibliche Wohl sorgen sollten, aufgebaut. Am Abend wurde in der Arheidthalle in Grötzingen die Bühne abgeholt und zusammen mit Tischen und Stühlen auf Fahrzeuge der Firma Auto-Böhler verladen. Hier waren erstmals sehr viele Helfer dabei, um diesen Kraftakt zu stemmen – und schweres Gerät im Einsatz.

Zwei Tage vor Turnierbeginn öffneten sich für die KaGe 04 die Türen der Sporthalle des Otto-Hahn-Gymnasiums. So langsam wurde absehbar, was für ein Großereignis da auf die Schule zukommen würde. Mit vielen fleißigen Helfern wurde der Hallenboden abgeklebt, die Bühne aufgebaut und schon die ersten Tischreihen gestellt. Es herrschte emsiges Treiben, denn auch die Ton-, Licht- und Turniertechniker bauten auf.

Dieses Treiben wie auf einem Ameisenhaufen setzte sich dann den kompletten Freitag fort. Es wurden der Bühnenboden verklebt, neben der Bühne das Herzstück eines jeden Turniers. Eine Leinwand wurde aufgehängt, Stühle geputzt, Tische beschriftet und dekoriert, vorgekocht, ein Kuchen- und ein Sektstand aufgebaut. Ab dem Nachmittag breitete sich das Treiben dann auf das Schulgebäude aus, wo der Juryraum gerichtet und Umkleiden beschriftet wurden.

Schon trafen die ersten Kuchenspenden ein. Da machte sich doch bei vielen 04ern langsam Lampenfieber breit. Für den Brandschutz musste noch mal einige Aufbauten versetzt werden, dennoch stand abends, als die Obfrau Sabine Greger die Halle in Augenschein nahm, alles perfekt und fertig da. So war sie zufrieden und konnte beruhigt zu der mittlerweile aus ganz Deutschland angereisten Jury im Hotel zusammentreffen.

Im Turnierverlauf sollte sich später zeigen, dass die Jury eine super nette Gruppe war, die zwei Tage kompetent und sicher wertete.

Für die ersten Helfer ging es dann am Samstag (10. Januar 2015) bereits um 5 Uhr morgens im OHG los. Brötchen belegen, Kaffee kochen. Kurze Zeit später trafen die ersten Aktiven mit Eltern und Schlachtenbummlern ein. Von da an gab es keine Pause mehr, an allen Theken herrschte bis zum Abend Hochbetrieb. Kurz vor 9 Uhr begann die Eröffnungszeremonie mit dem von Hendrik Höger zusammengestellten Introfilm. Danach war es soweit, nach rund zwei Jahren Vorbereitung konnte Präsident Alexander Loesch die Gäste zur 44. Badischen Meisterschaft im karnevalistischen Tanzsport willkommen heißen – und damit zu einem Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 111jährigen Jubiläum der KaGe 04 und zum 60. Geburtstag der Markgrafengarde. Und zu einem ersten sportlichen Höhepunkt im Rahmen des 300. Geburtstages der Stadt Karlsruhe.

Der Präsident der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine, Jürgen Lesmeister, dankte der KaGe 04 für die Ausrichtung und auch allen Vereinen, die unterstützend Tätig waren, sei es mit Knowhow, Personal oder Material. Dann erklärte er das Turnier für eröffnet. Nach dem Badnerlied, gespielt von Musiker Markus Albert, konnte Turniersprecher Michael Walter den ersten Auftritt, ein Jugendtanzpaar, ansagen. Und schon lief das Turnier und alle waren mittendrin.

Von der KaGe 04 war die Weiherhofgarde am Start, die einen ordentlichen Tanz präsentieren konnte. Zur Mittagszeit fand die Siegerehrung der Jugend satt und der Saal feierte die glücklichen kleinen Sieger. Für die Gewinner der Qualifikationsbescheinigungen gab es zusätzlich einen kleinen Erinnerungspokal.

Erfreulich ist, dass für alle der schönen blau-silbernen Pokale ein Sponsor gefunden werden konnte. Zum Ende der Mittagspause lud die KaGe 04 alle Ornatsträger und Tollitäten zu einer Ordensverleihung auf die Bühne, was gute Tradition ist bei Badischen Meisterschaften.

Weiter ging es mit dem zweiten Turnierdrittel, der Altersklasse Junioren. Viele Abläufe waren da schon eingespielt, die Starts liefen reibungslos ab. Zu diesem Zeitpunkt waren beim Essenstand der Jugend schon die ersten Nachkäufe im Gange. Von der KaGe 04 starten die Karlsburggarde sowie Tanzmariechen Melanie Wörner, außerdem das Tanzpaar Melanie Wörner und Niklas Loesch. Alle gaben  jeweils ihr Bestes und vertraten die KaGe 04 gut auf dem eigenen Turnier.

Gegen 18.30 Uhr endete der erste, lange Turniertag nach der Siegerehrung der Junioren mit großer Zufriedenheit allerorten. Viele fleißige Hände räumten auf und richteten Saal und Schule für den Sonntag her. Der begann dann um 5.30 Uhr wieder mit den Frühstücksvorbereitungen, wiederum um 7 h standen die Teilnehmer und erste Zuschauer vor der Tür. Die Eröffnung erfolgte diesmal nach Intro und Begrüßung der Besucher durch den Präsidenten um kurz nach 9 h durch Hans Weidemann, Vizepräsident Baden der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine.

Ungewöhnlich viel zu tun hatten an diesem Tag die Turnierärzte Angelika Loesch und Thomas Schnebelt, sowie das DRK-Team um Marcus Schumacher. Wie gut, dass zwei Turnierärzte anwesend waren, die sehr fürsorglich agierten. Auch die KaGe 04-Gruppen waren betroffen. Dennoch konnten sowohl das Geburtstagskind Markgrafengarde, der ganze Stolz des Vereins, als auch die Gemischte Garde sich gut präsentieren. Die höchste Punktzahl für die KaGe 04 holte Tanzmariechen Larissa Künzler mit 424 Punkten. Die Gemischte Garde erreichte den dritten Platz und nahm voll Stolz bei der Siegerehrung den Pokal – und vor allem die Qualifikationsurkunde für die Süddeutsche Meisterschaft - entgegen.

Nachdem in der Mittagspause nochmal eine Ordensübergabe an die Ornatsträger erfolgt war, war sie gegen 15.30 Uhr dann schon zu Ende, die 44. Badische Meisterschaft. Präsident Alexander Loesch dankte allen Aktiven und Helfern ganz herzlich, die zwei wunderbare Tage ermöglicht hatten und wünschte den Besuchern einen guten Nachhauseweg.

Für die Helfer war jedoch noch nicht Feierabend, hieß es doch die Schule und die Halle noch an diesem Abend besenrein zu verlassen. Das gelang dank vieler zupackender Helfer dann bereits zu 21 h.

Stichwort „Helfer“: Rund 150 Menschen haben dazu beigetragen, dass an zwei Turniertagen ca. 1.100 junge Menschen bei diesem Turnier auf die Bühne gehen konnten. Eine unglaubliche Leistung! Viele Helfer, und mit ihnen das ganze KaGe 04-Team, wuchsen an diesen Tagen über sich hinaus. Darauf kann jeder einzelne mit Recht stolz sein! Und darüber wird noch lange geredet werden. Das Turnier hat so sicher auch dazu beigetragen den Zusammenhalt innerhalb der KaGe 04 zu stärken. Es haben Menschen geholfen, die viele Jahre nicht mehr aktiv waren und jetzt mit vollem Einsatz dabei waren! Wunderbar. Dieses riesige Engagement machte besonders auch den KaGe 04-Präsidenten sehr stolz.

Es kamen Helfer aus Würzburg, Stuttgart, vom Bodensee und gar aus Detmold, um die KaGe 04 an diesem Wochenende zu unterstützen. Viele Freunde, Bekannte und Jurykollegen von 04ern waren mit von der Partie, hier müssen insbesondere die vielen Aktiven der Gemeinde St. Hedwig erwähnt werden. Fast 100 Kuchen wurden gebacken und gespendet. Auch bei den Nacharbeiten am nächsten Tag waren noch mal ausreichend Helfer da. Was kann man ihnen allen anderes sagen als einfach: „Dankeschön!“ Und im Herbst gibt’s ein Helferfest!

So verabschiedete sich der Hausmeister des OHG, Herr Valentic, der sehr viel an Unterstützung leisten musste und, wie auch seine Frau, auch stets leistete, mit den Worten „Es war mir eine Ehre mit Euch zusammenzuarbeiten!“ von den 04ern, tief beeindruckt von dem großen Maß an ehrenamtlichem Einsatz.

Natürlich liefen auch Dinge holprig. Die Veranstalter planten zwar mit winterlicher Kälte, aber nicht mit Sturm, der das Kochzelt bedrohen würde. Und wer rechnet schon damit, dass Gäste auf dem Schulhof einen Hydranten umfahren und dann einfach davon fahren oder Klopapierrollen in Toiletten gestopft werden? Oder dass das Amt für Abfallwirtschaft den Müllcontainer an die Arheidthalle liefert, weil dort immer das Turnier der MCG ist?

Es war ein unglaublich intensives Wochenende, anstrengend, aber auch ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten. Die Außenwirkung war hervorragend, die teilnehmenden Vereine wie auch die Obfrau, der Tanzturnierausschuss des BDK wie auch die Vereinigung Baden-Pfalz waren hoch zufrieden.

Es ist schwierig einzelne Personen herauszugreifen, bei einer so großen Helferschar. Dennoch sollte erwähnt sein, dass ohne das ganz außergewöhnliche Engagement von Vizepräsident Dieter Fletschinger und Jugendleiterin Sylvia Künzler das Turnier niemals zu bewältigen gewesen wäre.

Weitere Informationen

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