Ökostrom für städtische Einrichtungen

Stadt Karlsruhe

Auf Ökostrom in städtischen Liegenschaften, für die Abwasserbehandlung und Straßenbeleuchtung umzustellen, empfahl der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit mehrheitlich in seiner Sitzung am 25. September 2014 unter Leitung von Bürgermeister Klaus Stapf.

Voran gegangen war ein in den Ausschuss verwiesener Gemeinderatsantrag der Grünen. Die Verwaltung befürwortete ihn, auch um ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden.

Laut Stadtwerken sind die Ökostrompreise günstiger als noch vor zwei bis drei Jahren. Der Anteil aus regenerativen Quellen am Energieträgermix bei der Stadt betrage derzeit etwa 34 Prozent, der Rest komme aus Kohle, Gas und Kernkraft.  Derzeit würden in Karlsruhe 459 Gramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde Strom ausgestoßen. Bisher beziehen 6.800 Haushalte, die Landeseinrichtungen und Unternehmen wie 1&1, L´Órèal, die Volkswohnung oder die Verkehrsbetriebe Ökostrom.

92.000 Euro Mehrkosten

Der Strom für die städtischen Liegenschaften solle den Anforderungen des ok-POWER-Labels entsprechen. Danach muss unter anderem ein Drittel der erneuerbaren Energie aus Anlagen stammen, die nicht älter als sechs Jahre sind und der Strom zertifiziert sein. Die Stadt Karlsruhe bezieht jährlich rund 52 Millionen Kilowattstunden, auf die bei Ökostrombezug ein Aufschlag von 0,17 Cent pro Kilowattstunde anfällt. Das schlägt mit rund 92.000 Euro Mehrkosten zu Buche. Die Umstellung auf Ökostrom ist wichtig im Sinne des städtischen Klimaschutzkonzeptes (Maßnahme 32) und „reduziert die Emissionen der Stadtverwaltung um 23.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr“, so Stapf.

Maßnahmen zur Reduzierung des weiteren Stromverbrauchs sind eine Intensivierung des Energiecontrollings, Energiesparen durch die Gebäudenutzenden, bessere Effizienz bei Beleuchtung und Anlagentechnik, ein natürliches Lüftungskonzept ohne Einsatz von Lüftungsgeräten sowie präventiver sommerlicher Wärmeschutz zur Vermeidung von Klimatisierungen.

Die Ausschussmitglieder unterstützten mit großer Mehrheit dieses Vorgehen, das einen „Paradigmenwechsel“ bedeute. Mehrkosten von 92.000 Euro seien akzeptabel. Sie forderten die Stadtwerke auf, noch stärker zu werben, um das selbst gesteckt Ziel zu erreichen, auch 15.000 private Ökostromkunden zu gewinnen.

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