Sachstandsbericht zum Lärmaktionsplan im Planungsausschuss

Autobahn A5 im Bereich „Untere Hub“. Foto: cg

Autobahn A5 im Bereich „Untere Hub“. Foto: cg

Viele Maßnahmen schon umgesetzt / Fortschreibung ist bis Ende dieses Jahres vorgesehen

Ende 2009 beschloss der Gemeinderat den Lärmaktionsplan (LAP) und mit ihm ein dickes Maßnahmenpaket. Mit einem Sachstandsbericht und Ausblick befasste sich der Planungsausschuss am 8. Mai 2014 in nichtöffentlicher Sitzung unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert.

Fazit: In den letzten Jahren wurden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um Anwohner vor zu viel Verkehrs- und Gewerbelärm zu schützen.

Mit allein 1,2 Millionen Euro schlagen im Straßenbau die Lärmschutzwände an der Südtangente auf Höhe der Hardtschule und am Entenfang auf der Nordseite der Vogesenbrücke zu Buche. Auch an der B 3 wurde insgesamt rund 0,9 Millionen Euro in Lärmschutzwände investiert. Lärmarmer Straßenbelag dämpft seit 2013 stadteinwärts auf der Eckenerstraße die Fahrgeräusche, die Gegenseite soll 2015 folgen. Das Regierungspräsidium ist derzeit in Sachen Lärmminderung an der Autobahn A 5 im Bereich Killisfeld und Untermühlsiedlung tätig. Noch in diesem Jahr wird auf der Nordseite der Südtangente ein lärmarmer Straßenbelag zwischen Kühlem Krug und Hardtschule  eingebaut. Gleiches gilt für die 3,1 Millionen teure Lärmschutzwand auf der Nordseite im Bereich der Staudingerstraße. Ab 2015/2016 ist die Lärmschutzwand Bulach Süd an der L 605 an der Reihe.

Aus Lärmschutzgründen muss auf mehreren Hauptverkehrsstraßen ganztätig oder auch nur nachts langsamer gefahren werden. So gilt Tempo 30 in der westlichen Kriegsstraße, der Pfinzstraße oder auch mehreren Ortsdurchfahrten. Hinzu kommen Geschwindigkeitsbeschränkungen mit lärmmindernder Wirkung, die in erster Linie der Verkehrssicherheit sowie dem Schutz von Anwohnern oder auch Fuß- und Radfahrern dienen. Bei weiteren Straßenabschnitten scheiterte der Wunsch nach Temporeduzierung an Voraussetzungen, an die eine Genehmigung geknüpft ist. Hier zu nennen ist etwa die B 36 südlich der Heidenstückersiedlung oder auch Südtangente zwischen Mühlburg und Knielingen.

An manchen Stellen ist es ruhiger geworden, weil Änderungen am Straßenquerschnitt oder an Spurführungen mit weniger Lärm einhergehen. Und auch die Entwicklung in der Technik sorgt für leisere Fahrzeuge auf Straße und Schiene.

Die Verkehrsbetriebe haben in der Lameystraße, Kaiserallee und Durlacher Allee mit Rasengleisen Verbesserungen erzielt, weitere sind kurz- bis mittelfristig vorgesehen. Auch eine Kurvenschmieranlage vermindert Bahngeräusche - bereits umgesetzt  in der Gymnasiumstraße und geplant in der Rüppurrer Straße. Kurz vor dem Abschluss stehen Planfeststellungsverfahren, die entlang von sechs hoch belasteten Bahnstrecken die Dezibelwerte für Bewohner in der Südstadt, Beiertheim, Grötzingen, Rintheim, Grünwinkel und Knielingen nach unten drücken.

Noch auf der LAP-Liste stehen sieben die Situation verbessernde Maßnahmen, die langfristig umgesetzt werden sollten. Ziel ist, eine Mittelanmeldung für den Doppelhaushalt 2015/2016 zu ermöglichen. Bereits in die Planung eingestiegen ist die Verwaltung  für die Verlängerung der Lärmschutzwand Bulach Süd an der L 605.

Einige Maßnahmen wurden bislang baustellenbedingt zurückgestellt. Dazu zählen solche im Umfeld der Bautätigkeit für die Kombilösung. Und für die Dornwaldsiedlung abzuwarten bleibt, ob der aktive Lärmschutz nach den momentan diskutierten tiefgreifenden Veränderungen der Straßenführung noch erforderlich ist.

Der LAP soll bis Ende dieses Jahres dem Gemeinderat als Fortschreibung vorgelegt werden. Eine Überlegung ist, dafür die Schwellenwerte für besonders betroffene Gebiete (sogenannte Hot-Spots) herabzusetzen. Für das aktuelle Werk hatte die Stadt einen Tagesmittelwert von 70 Dezibel und einen Nachtwert von 60 Dezibel festgelegt. Nun möchte die Verwaltung den Handlungsbedarf ausloten, wenn der Schwellenwert etwa für die Nachtstunden auf 55 Dezibel abgesenkt wird.

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