„Relikte der autogerechten Stadt“ einer besseren Nutzung zuführen

Sonst viel befahren, können sich beim Baden-Marathon Läufer und Anwohner frei auf der Fiduciastraße bewegen. Foto: cg

Sonst viel befahren, können sich beim Baden-Marathon Läufer und Anwohner frei auf der Fiduciastraße bewegen. Foto: cg

Die Stadt Karlsruhe ist beim Landesförderprogramm „Flächen gewinnen durch Innenentwicklung“ zum Zug gekommen. Beworben hat sie sich mit „Stadtstraßen: Impulse für eine Neuausrichtung“ und hier konkret mit der Gustav-Heinemann-Allee in Hagsfeld und Fiduciastraße.

Die Idee ist, ausgehend von der Erkenntnis, dass viele Stadtstraßen in Vororten als Relikt der „autogerechten Stadt“ überdimensioniert und einseitig auf den Autoverkehr ausgerichtet und daher funktional und gestalterisch nicht mehr zeitgemäß sind, im Rahmen des Projekts auszuloten, ob es für „Restflächen“ bessere Lösungen gibt. Das Projekt soll im September starten und wird mit 35.000 Euro (50 Prozent Stadt, 50 Prozent Land) ausgestattet sein.

Mit den Geldern sollen diese beiden Straßen eingehender betrachtet werden. Frage ist, wie Straßen aufgewertet  werden, Stadteingänge gestaltet werden können. Intention ist, die Straßen für andere Verkehrsteilnehmer zu öffnen, auch Radschnellstraßen gehören zu den verfolgten Zielen. Zudem geht es darum, neue Lebensstile und vielfältige Wohnangebote auf ungenutzten, zurück gewonnen Flächen zu berücksichtigen, um Anwohnerinnen und Anwohner bei sich verändernden Lebensverhältnissen im Quartier zu halten. Aspekte, die sich auch in „Karlsruhe 2020: Integriertes Stadtentwicklungskonzept“ wiederfinden.

Für eine der beiden Straßen soll nach der Grunderhebung anschließend untersucht werden, wie die Flächen bestmöglich genutzt werden können. Mit einer Planungswerkstatt werden die Anwohner, die Grundstückseigentümer,  Investoren und sonstige Akteure in den Prozess eingebunden. Außerdem ist mit der Volkswohnung die größte Karlsruher Wohnungsbaugesellschaft eingebunden. Durch Voruntersuchungen für ein Bundes-Forschungsprogramm bereits beteiligt sind Vertreter vom KIT-Institut Entwerfen von Stadt und Landschaft sowie das Planungsbüro ISA Internationales Stadtbauatelier. Ziel ist, auf Basis der Studie einen Bebauungsplan zu erarbeiten und die Flächen zu vermarkten.

Insgesamt wurden im Förderprogramm 40 Anträge aus 37 Städten und Gemeinden, einem Landkreis und einem Kooperationszusammenschluss aus elf Kommunen berücksichtigt, hatte Staatssekretärin beim Ministerium für Verkehr und Infrastruktur, Gisela Splett, letzte Woche mitgeteilt. Das Fördervolumen beläuft sich auf fast eine Millionen Euro, zusammen mit dem kommunalen Eigenanteil werden damit Innenentwicklungsvorhaben in Höhe von annähernd zwei Millionen Euro angestoßen, so Splett.

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