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Deutsch-Iranische Stadtdenkerin zu Besuch

Fotos: sade

Als „Insel der Glückseligkeit“, die es zu bewahren gilt, bezeichnete die deutsch-iranische Autorin, Journalistin und Filmemacherin Siba Shakib die Markgrafenstadt.

Eine Woche hatte sie Zeit, Durlach als Stadtdenkerin kennenzulernen und ganz eigene Eindrücke zu sammeln.

Auf Initiative des Stadtamtes und des Kulturbeirates werden jedes Jahr Persönlichkeiten eingeladen, um auf Entdeckungsreise in Durlach zu gehen. Wichtig ist dabei, dass sie die Stadt nicht kennen und auch keinerlei Vorgaben erhalten. Unverfälscht und individuell soll der Besuch sein, an dessen Ende die Stadtdenker ihre Erlebnisse dokumentieren und Anregungen für die Zukunft geben sollen.

Shakib, die vorwiegend in Krisengebieten wie Afghanistan beruflich unterwegs ist und dort auch schon die UN-Friedenstruppen beraten hat, lebt abwechselnd in Italien, Dubai und New York. Dort hat sie erlebt, wie Stadtteile zuerst „hip“ wurden und nach dem Boom für Normalsterbliche nicht mehr bezahlbar waren. Es folgt ein Veröden, das nur noch als Touristenattraktion dient.

Gleiche Gefahren sieht sie in Durlach. Für die Verantwortlichen sieht sie hier dringend Handlungsbedarf im Hinblick auf hohe Miet- und Hauskosten aber auch auf die leerstehenden Geschäfte. Bei ihrer spannenden Rundreise bemerkte sie, dass der Turmberg als markanter Punkt sträflich vernachlässigt werde. Die neue Aussichtsterrasse gefiel ihr überhaupt nicht, sie sähe dort lieber ein Blumenmeer und Aussichtpunkte näher am Turm. Auch die Planung des Sport- und Freizeitsparks Untere Hub wurde von ihr kritisiert. Lieber solle man dort Wohnbebauung ansiedeln und die Sportplätze stadtnah belassen. Beeindruckt hat sie die Kultur der Schrebergärten mit ihrem ökologischen und gesellschaftlichen Gefüge. Sie würde sie mit „Krallen und Klauben“ verteidigen. Mehr Kommunikation wünscht sie sich mit den hier untergebrachten Flüchtlingen. Außerdem würde sie die „moderne Sklaverei“ in Form der Straßenprostitution verbieten.

von ps veröffentlicht am

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