Geschenke für die Tochter

Geschenke für die Tochter. Foto: cg

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Durlach präsentiert 9 Stadtteilprojekte zum Stadtjubiläum von Karlsruhe 2015.

Vielleicht war der Zeitpunkt (Freitagabend) etwas unglücklich gewählt, dass der Saal des Kinder- und Jugendhauses nur mäßig besetzt war, denn am Thema konnte es eigentlich nicht liegen.

Thomas Rößler als Vertreter des Stadtamtes begrüßte die Anwesenden und betonte in seiner kurzen Rede, wie wichtig es der Verwaltung und dem Ortschaftsrat war, eine hohe Bürgerbeteiligung bei der Findung, Auswahl und Durchführung der Projekte zu erreichen. Als Ergebnis des Arbeitsausschusses, an dem auch die Schulen, Bürgergemeinschaften und Kirchen beteiligt waren, konnten am 22. November 2013 neun Vorschläge präsentiert werden.

Auch Norbert Käthler war eigens aus dem fernen Karlsruhe angereist. Als Leiter des Stadtmarketings Karlsruhe war er sozusagen als Auftraggeber nach Durlach gekommen, um die Projekte in Empfang zu nehmen. Käthler betonte die Wichtigkeit Durlachs beim 300-jährigen Stadtjubiläum von Karlsruhe. Nicht nur als Mutter, auch als größter und bestimmt schönster Stadtteil der Residenz des Rechts, werde der alten Markgrafenstadt die besondere Ehre zu Teil, dass der Prolog der Feierlichkeiten im Sommer 2015 selbstverständlich in Durlach stattfinden wird.

Vorgabe bei den Projekten war, sie müssten öffentlich sein, zum jeweiligen Stadtteil gehören und neuartig sein. Außerdem müssten sie durch den jeweiligen Ideengeber selbst umsetzbar sein.

Als ersten Vorschlag stellte Tom Dueck vom Hochbauamt die „Bauausstellung 2015“ vor. Zusammen mit Durlacher Architekten und städtischen Mitarbeitern wolle man Durlach 35 Jahre vor und nach 2015 präsentieren. Insgesamt 4 Leerstühle von den Hochschulen aus Karlsruhe und Stuttgart würden damit beauftragt, einen Blick auf Plätze, Gebäuden oder ganze Straßenzüge zu werfen und die Bilder der jüngeren Vergangenheit mit der Gegenwart und einem fiktiven Blick in die Zukunft zu vergleichen. Die Werke sollen dann in der Orgelfabrik zu sehen sein, vielleicht mit visueller Unterstützung in Form von Filmen, die auf eine Leinwand projiziert werden, welche an der Außenmauer des Weiherhofbades befestigt sein wird.

Roland Laue von Selbst e.V. stellte das Projekt Rock am Turm vor. Dem dieses Jahr neu gegründeten Verein schwebt dabei ein großes Festival im Turmbergbad vor, bei dem Abends dann ein Topact auf der Bühne auftreten soll. Im Gespräch sind BAP, deren Drummer Jürgen Zöller ein Wahl-Durlacher ist. Über Finanzierung und eventuelle Eintrittspreise werde noch verhandelt.

Anschließend stellte Laue zusammen mit Nadine Mössinger, die als Leiterin des KJH's an diesem Abend auch Gastgeberin war, das Jugendforum vor. Seit einigen Jahren gibt es auf Antrag und Unterstützung des Ortschaftsrates dieses Forum, bei dem Jugendliche gefragt werden, was sie an ihrem Stadtteil gut finden und was sie gerne verändert hätten. Drei dieser Anregungen sollen nun für 2015 umgesetzt werden. Zum einen braucht Durlach einen neuen Skaterpark, entweder als Umbau am alten Stadtort in Killisfeld oder integriert in den Sportpark Untere Hub. Wichtig war vor allem den 13- bis 18-jährigen die bessere Erschließung des öffentlichen Raums für Jugendliche. Als letztes solle der Wunsch nach einer Jugendkneipe umgesetzt werden, im Gespräch sei das Cubanita am Hengstplatz. Kritik kam im Anschluss an die Vorstellung, dass diese Projekte weit über einen Stadtgeburtstag hinaus gehen würden, Hans Pfalzgraf aus dem Ortaschaftsrat gab allerdings zu bedenken, dass es sehr schwer sei, bei den Projekten immer klar zwischen einer Aktion und einer Nachhaltigkeit zu unterscheiden.

Die nächsten 4 Projekte stellte Thomas Rößler, teilweise stellvertretend für Personen und Organisationen vor, die an diesem Abend leider nicht vor Ort sein konnten. Zum Stadtjubiläum solle es ein besonderes „Klassik am Turm“ geben. Diese von der Arbeitsgemeinschaft Durlacher und Auer Vereine e.V. organisierte und durchgeführte Veranstaltung blicke dann auf eine 18-jährige Tradition zurück und werde mit schönen Musikdarbietungen und einem Feuerwerk der Tochter ein Ständchen darbieten. Ortschaftsrat Gerhard Stolz wolle zusammen mit der Theater-AG des Markgrafen-Gymnasiums ein Stück über die Entstehung von Karlsruhe aus der Sicht der Durlacher zeigen, bei dem vor allem der Widerstand gegen den Neubau des Schlosses nach dem großen Brand im Mittelpunkt stehen soll. Die Aufführung soll vor der schönen Kulisse der Karlsburg stattfinden. Die Durlacher Schulen werden sich mit verschiedenen Aktionen einbringen, so lege die Pestalozzischule sein 100-jähiges Bestehen auf den Stadtgeburtstag aus. Das Markgrafen-Gymnasium möchte Lesungen von Schülertexten zum Beispiel über Tageswege von Schüler, aber auch Szenen von Faust darbeiten. Die Gewerbeschule plant Durlacher Produkte, wie Schokolade oder Backwaren in Form von oder mit Durlacher Symbolen und die Schloss-Schule wolle die Bewirtung beim Theater-Stück der AG des Markgrafen-Gymnasium übernehmen. Die Kirchen planen erneut einen ökumenischen Open-Air-Gottesdienst im Schlossgarten mit anschließendem gemeinsamen Mittagessen mit der Bevölkerung, welcher je nach Wettersituation auch in Form eines Picknicks stattfinden könne.

Günther Malisius will zusammen mit Wirkstatt e.V. einen Findling mit einem Mutterstern und der Jahreszahl 1196, sowie einem Tochterstern mit der Jahreszahl 1715 versehen und an einer exponierten Stelle in Durlach aufstellen. Der Historische Verein erhoffe sich dadurch neugierige Fragen von Passanten über die beiden Jahreszahlen, die zum Beispiel im Pfinzgaumuseum beantwortet werden können.

Jürgen Miersch schwebt der Schriftzug „Durlach“ in Hollywood-Manier am Wolfsweg des Turmberges vor, der weit über die Durlacher Grenzen sichtbar sein soll. Ob die bis zu 7 Meter hohen Lettern nur temporär oder gar beleuchtet aufgestellt werden, sei neben dem Genehmigungsverfahren auch abhängig von der Finanzierung.

Bei einem überschaubaren Budget von 2 €/Einwohner, also für Durlach genau 59.190 €, wolle die ehemalig badische Residenz mit viel Engagement versuchen möglichst viele der vorgestellten Projekte umzusetzen. Viellicht könne man die eine oder andere Aktion miteinander verbinden, um Synergien zu entwickelt, so der Tenor des Abends.

Bleibt abzuwarten, was 2015 dann nun wirklich auf dem Programm stehen wird, damit der Stadtgeburtstag von Karlsruhe auch wirklich in der ganzen Stadt gefeiert wir.

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