2012 war ein Jahr weitreichender Zukunftsentscheidungen

Stadt Karlsruhe

Mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 (ISEK) hat sich die Bürgerschaft an der Erarbeitung eines Orientierungsrahmens für die Zukunft Karlsruhes beteiligt, der Gemeinderat hat das ISEK im November gebilligt und mit der Internationalisierungsstrategie oder auch dem Klimaschutzkonzept weitere richtungsweisende Konzepte auf den Weg gebracht. In seinem letzten Jahresrückblick als OB sieht Heinz Fenrich die Stadt mit einer soliden Grundlage für die Zukunft gerüstet.

Weihnachtsgruß 2012 von Oberbürgermeister Heinz Fenrich

Liebe Karlsruherinnen, liebe Karlsruher,

2012 war ein Jahr wichtiger Weichenstellungen und weitreichender Zukunftsentscheidungen für unsere Stadt. An der jüngsten haben Sie alle direkten Anteil. Die Wahl des neuen Oberbürgermeisters am 2. Dezember 2012 hat ein eindeutiges Ergebnis erbracht: Dr. Frank Mentrup wird am 1. März 2013 des kommenden Jahres sein Amt als neues Stadtoberhaupt antreten, ausgestattet mit einem enormen Vertrauensvorschuss, den Sie ihm entgegengebracht haben. Ich wünsche ihm bei seiner Suche nach dem Besten für unsere Stadt eine glückliche Hand, viel Erfolg und die Unterstützung, die dazu unentbehrlich ist.

Das neue Stadtoberhaupt kann seine Akzente auf einer breiten, soliden Grundlage setzen. Erst vor wenigen Wochen hat der Gemeinderat einstimmig das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Karlsruhe 2020 (ISEK) gebilligt. Es ist eine Standortbestimmung und ein flexibles Weißbuch für die Zukunft unserer Stadt. Vor allem ist es aber ein Orientierungsrahmen, der mit der interessierten Bürgerschaft gemeinsam erarbeitet wurde. Sein Entstehungsprozess hat uns den Blick für die Herausforderungen geschärft, die auf uns zukommen: Karlsruhe ist und bleibt ein attraktiver Lebensraum für alle - für junge Familien und Senioren, für Studierende und qualifizierte Fachkräfte unterschiedlichster Bereiche. Unsere Stadt wird auch in den kommenden Jahren weiter wachsen, und wir müssen Antworten finden auf die Frage, wie wir mit den endlichen Flächen umgehen wollen. Die Aufgabe lautet: Neuen Wohnraum schaffen, Gewerbeflächen entwickeln, Grün- und Erholungsflächen erhalten - und alles in ein ausgewogenes Verhältnis bringen. An diesem Prozess wollen Politik und Verwaltung die Bürgerschaft auch in Zukunft systematisch beteiligen.

Gleichzeitig wollen wir aber auch an die liberale Tradition und das tolerante Klima anknüpfen, das Karlsruhe seit seiner Gründung prägt, und die Menschen, die aus aller Welt zu uns kommen, herzlich aufnehmen und willkommen heißen - auf der Basis der neuen Internationalisierungsstrategie Karlsruhes. Ein wichtiges Signal hat der Gemeinderat daneben mit der Verabschiedung des Klimakonzepts in diesem Jahr gegeben: Bei allem Wachstum nehmen wir den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen sehr ernst.

Mit dem Jahr 2012 wird immer auch die schreckliche, unerklärliche Bluttat vom 4. Juli in der Nordstadt verbunden bleiben. Ein 53-Jähriger tötet vier Menschen und richtet sich danach selbst. In der Erinnerung bleibt das Entsetzen, aber auch die  einfühlsame Zuwendung, die von den Menschen in unserer Stadt den Hinterbliebenen und Angehörigen der Opfer entgegengebracht wurde. Eine Woche nach der Tat kamen 1.100 Menschen zur zentralen städtischen Gedenkveranstaltung in der Evangelischen Stadtkirche, an der auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann teilnahm, und trauerten mit den Familien der Opfer. Die Ereignisse mahnen, sich wieder stärker auf das zu besinnen, was uns zusammenhält. Wir brauchen gelebte Werte, die uns Halt und Orientierung geben. Ermutigend bei allem Schmerz: In Not und Trauer stehen wir in Karlsruhe zusammen. Auf dem Spendenkonto der Aktion „Karlsruhe hilft“ kamen fast 166.000 Euro zusammen, mit denen die Hinterbliebenen unterstützt wurden.

Leid und Freude folgen oft übergangslos aufeinander. Manch Anderes erfordert von uns allen Geduld - hin und wieder mehr, als wir dachten. Kombilösung, Fahrbahnerneuerungen, Telekommunikations- und Versorgungsinfrastruktur, neue Handelshäuser sowie aufwändige Sanierungen von Behörden und Verwaltungsgebäuden - die Modernisierung Karlsruhes bleibt nicht ohne Beeinträchtigungen für das öffentliche Leben in unserer City. Ich weiß, dass die Verantwortlichen alles tun, um die Unannehmlichkeiten nicht übermächtig werden zu lassen. Ich weiß aber auch, dass sich die Belastungen an manchen Orten zu gewissen Zeiten konzentrieren und an Grenzen stoßen. Es ist mir deshalb ein großes Anliegen, den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis und ihre Geduld zu danken. In ein paar Jahren werden wir sagen: Es hat sich gelohnt.

Für die nahe Zukunft wünsche ich Ihnen und Ihren Familien an dieser Stelle zum letzten Mal in meiner Amtszeit als Oberbürgermeister einen friedvollen vierten Advent, frohe Weihnachtstage und einen guten Start ins Neue Jahr.

Heinz Fenrich
Oberbürgermeister

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