Ohren auf im Wildpark

Carsten de la Porte (l.) und sein Heidenheimer Kollege Martin Cavan nach dem Einsammeln der ersten Tonne. Foto: pm

Carsten de la Porte (l.) und sein Heidenheimer Kollege Martin Cavan nach dem Einsammeln der ersten Tonne. Foto: pm

3000 Getränke-Becher bedeutet 3000 Euro - und das bei einer Zuschauerzahl von ca 11.000 - die Rechnung geht auf. Und genau das passierte am vergangenen Samstag (1. Dezember 2012) beim ersten Rückrunden-Heimspiel des KSC gegen den FC Heidenheim.

Wie man mit einem vergleichsweise kleinen Beitrag große Dinge auf den Weg bringen kann, bewiesen die Zuschauer beim zugegebenermaßen außergewöhnlichen ersten Dezember-Spiel des aufstrebenden Drittligisten, das die Badener bekannterweise mit 5:2 für sich entschieden.

Eine Gemeinschaftsaktion von Cent hinterm Komma e.V., dem KSC, dem Fanprojekt, den Supporters und Ultras ermöglichte es, den Grundstock zu legen, zukünftig auch sehbehinderten und blinden Menschen einen Stadionbesuch im Wildpark authentisch zu ermöglichen. Im gesamten Stadionbereich wurden mittels blauer Tonnen der Partnerfirma „Kühl Recycling“ die Getränkebecher gesammelt und nach Spielende komplett dem Stadion-Catrerer übergeben. Die Zuschauer verzichteten pro Becher auf 1 Euro Pfand, der stattdessen in die Benefiz-Aktion „Den KSC mit allen Sinnen erleben“ floss.

Schon seit dem Sommer und somit dem Beginn der neuen Spielzeit sind die Verantwortlichen des KSC und des seit 16 Jahren in Karlsruhe aktiven Vereins „Cent hinterm Komma“ in einer engen Kooperation bestrebt, den Service für Menschen mit Behinderung zu verbessern. Carsten de la Porte, ehrenamtlicher Behindertenbetreuer des KSC und Geschäftsführer des Fördervereins, hatte die Idee einen Standard, wie er bereits in vielen Stadien der Republik Usus ist, auch im Wildpark einzuführen. Um die Finanzierung auf den Weg zu bringen, wollte man die gesamte Fanszene einbinden. Aktiv war es das Fanprojekt, das durch Manpower seinen Beitrag leistete ... allein die Zuschauer in den übrigen Blöcken mussten aktiviert werden, um daraus ein Gemeinschaftsprojekt zu machen.

Dies wurde eindrucksvoll realisiert beim Heimspiel gegen Heidenheim. Die Idee war so ansteckend, dass selbst der - immerhin mit 200 mitgereisten Fans - Gästeblock es sich nicht nehmen ließ mitzuhelfen. Insgesamt kamen mehr als 3.000 Euro zusammen bei der Aktion. Furios, die Aktion der Gegengerade, die kurz vor dem Halbzeitpfiff kollektiv und IN GUTER ABSICHT die Becher auf die Tartanbahn des Wildparkstadions warfen für die Gute Sache.

„Das war Gänsehaut pur und ich sag einfach DANKE an all die vermeindlich ‚Bösen Buben‘, die, wenn es drauf ankommt, allesamt dem Verein und der Sache verbunden sind“, so Carsten de la Porte nach Spielende. Wir wollen alle nur das Beste für den KSC und diese Aktion zeigt, dass die Szene, die in der Vergangenheit oft gescholten war, da ist wenn es drauf ankommt, bestärkt de la Porte den bereits im Vorfeld sehr engagierten Einsatz der Gegengerade.

Wer das Projekt unterstützen will, spendet auf BBBank Karlsruhe (660 90800) Konto 199 199 0 - Kennwort „KSC sinnlich“ oder informiert sich unter behindertenbetreuer(at)ksc.de - Carsten de la Porte

Weitere Informationen

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