Brennpunkt Ochsentorstraße 11?

Anwohner machen auf Ihren Unmut aufmerksam - Foto: cg

Anwohner machen auf Ihren Unmut aufmerksam - Foto: cg

Anwohner trafen sich zu einem Meinungsaustausch

Seit Jahren schon, aber in letzter Zeit besonders, entwickelte sich ein Haus in der Ochsentorstraße in der Durlacher Innenstadt zu einem sozialen Brennpunkt, so die einhellige Meinung der rund 20 anwesenden Bewohner der Ochsentor-, Rappen- und Jägerstraße, die sich am 27. September 2010 trafen, um die Lage zu besprechen und Lösungen anzuregen.

Die auf Einladung von Rolf Kiemle zusammengekommenen Nachbarn tauschten zunächst die Erlebnisse aus, die sich in vergangenen Jahren zugetragen hatten. Angefangen hatte alles damit, dass die ehemaligen Bewohner des Hauses eine „Kündigung auf Eigenbedarf“ auf den Tisch bekamen, der zuletzt 2006 Frau Waltraud Olma folge leisten musste. Sie wohnte seit 1959 in diesem Haus und verstand damals die Welt nicht mehr. Auch an diesem Tag war sie gekommen, um die ehemaligen Nachbarn, mit denen sie noch heute einen guten Kontakt hat, zu unterstützen.

Damals noch als ordentlichen Wohnraum genutzt, war die Polizeipräsenz in der folgenden Zeit auffällig. So berichtete Frau Gisebrecht Nußbaumer bei dem Treffen von Schlägereien und schweren Gewaltdelikten, bis hin zu mehreren Einsätzen der Feuerwehr, die ein Leben in dieser Straße und der direkten Umgebung immer unsicherer werden ließen. Von einer Verschlechterung des Wohnwertes trotz vorangegangener Aufwertung durch aufwendige Sanierungen ganz abgesehen (siehe auch "In Verbindung stehende Artikel").

Martina Schindler und Karin Bürkle berichteten von Beschimpfungen durch Bewohnern aus diesem Haus, wenn sie diese auf Verschmutzungen, wie zum Beispiel Hundekot aufmerksam machten. Beide haben Betriebe in den betroffenen Straßen und klagen seit geraumer Zeit über eine geschäftsschädigende Situation, insbesondere seitdem offensichtlich Bewohner dieses betroffenen Hauses des öfteren ihren Müll einfach auf die Straße werfen.

Eine gewisse Resignation mache sich bei den Anwohnern breit, so Nußbaumer, wenn man bei einem erneuten Zwischenfall die Ordnungskräfte rufen würde und die Antwort bekäme, man wäre doch schon da gewesen. Und auf Anfrage der betroffenen Bürger an die zuständigen Ämter lautete die Antwort, alles bewege sich im rechtlichen Rahmen.

Trotz allem war die Gesprächsbereitschaft der Anwesenden deutlich zu spüren. So wolle man keine Verlagerung der „Problems“, sondern eine einvernehmliche Lösung. So regte Carsten de la Porte - der sein Büro in unmittelbarer Nachbarschaft hat - an, über eine sozial-pädagogische Begleitung der Bewohner nachzudenken. Dieser Vorschlag wurde von dem Treffen als tragbare Lösung angesehen.

Unabhängig gehe in den nächsten Tagen ein Einspruch gegen eine bevorstehende Nutzungsänderung förmlich beim Bauordnungsamt und bei allen Fraktionen des Durlacher Ortschaftsrates ein. Offensichtlich ist eine Umnutzung des Komplexes zu einem Wohnheim geplant - zunächst für ein Stockwerk.

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