Der Durlacher Weg funktioniert auch in schwierigen Situationen

Der Durlacher Weg funktioniert auch in schwierigen Situationen

Busfahrer erleidet Herzinfarkt einen Tag vor Heilig Abend auf der Südtangente | Solidarität und Zusammenarbeit in Durlach beispielhaft

In den Morgenstunden zum 23. Dezember 2009 erlitt der Busfahrer einer britischen Reisegruppe aus Newcastle upon Tyne einen Herzinfarkt. Kurz hinter dem Bulacher Kreuz prallte der mit insgesamt 42 Reisenden besetzte Bus gegen die Mittelleitplanke.

Tragisches Ende auf dem Heimweg: Für eine Gruppe Kinder und Jugendlicher aus Liverpool endete die Heimreise auf dem Rückweg aus dem Skiurlaub von Österreich kommend in der Mittelleitplanke auf der Karlsruher Südtangente.

Der Fahrer des britischen Reisebusses erlitt bei voller Fahrt einen Herzinfarkt, woraufhin der Bus außer Kontrolle geriet. Vermutlich steuerte der Busfahrer in letzter Sekunde die Mittelleitplanke an, wo der Reisebus nach ca. 200m zum Stehen kam. Der Reaktion des Busfahrers verdanken die 42 Insassen ihr Leben, denn auf der Gegenseite wäre man ungebremst in eine Betonmauer gefahren. Trotz schneller rettungs- und notärztlicher Hilfe verstarb der 59jährige Busfahrer unmittelbar darauf in einem Karlsruher Krankenhaus.

Die alarmierten Einsatzkräfte der SEG Durlach (Arbeiter-Samariter-Bund und DRK Bereitschaft Durlach) wurden zeitgleich um 0.30 Uhr alarmiert und führten zusammen mit der Freiwillige Feuerwehr Durlach, der Polizei Durlach sowie den Karlsruher Verkehrsbetrieben eine Evakuierung der betroffenen Reisegäste durch, so dass diese bereits um 1.00 Uhr in der eilig mit Betten und Sitzgelegenheiten aufgerüsteten Weiherhofsporthalle untergebracht werden konnten, bis ein Ersatzbus organisiert war. Eine Weiterfahrt mit dem beschädigten Bus war jedoch nicht möglich, dieser wurde in einer 4 Stunden andauernden Aktion geborgen und abgeschleppt.

So konnten die Jugendlichen und ihre Betreuer zumindest einige Stunden in der Notunterkunft Ruhe und Schlaf finden. Die Todesnachricht des Busfahrers wurde zunächst der Polizei mitgeteilt, wodurch man sich entschloss, einen Notfallseelsorger zur Übermittlung der Todesnachricht – zunächst nur an das Betreuerteam - nachzufordern. In der Zeit von 01.00 Uhr bis 12.30 Uhr wurden die britischen Schülerinnen und Schüler komplett von der Schnelleinsatzgruppe Durlach betreut.

Unterdessen wurden die Jugendlichen auf Anordnung der Kinder- und Jugendbehörde Durlach (Stadtamt Durlach) noch einmal durch den leitenden Notarzt Christoph Nießner sowie rettungsdienstlichem Fachpersonal eingehend untersucht, um sicherstellen zu können, dass alle Reisenden den Unfall ohne einen Folgeschaden überstanden hatten und Ihre Transportfähigkeit sichergestellt werden kann. Hierbei entstand den Reisenden durch die unbürokratische Hilfe LNA-Gruppe sowie der rettungsdienstlichen Einsatzkräfte keinerlei Kosten.

Nach der Untersuchung konnten sich die Jugendlichen und Ihre Betreuer an einen reichhaltig gedeckten Frühstückstisch setzen, der in der Zwischenzeit von den ehrenamtlichen Einsatzkräften der beiden Schnelleinsatzgruppen organisiert worden war. An dieser Stelle möchten wir unseren Dank an die Firmen Neff GmbH sowie Scheck-in Center Durlach richten, die ohne bürokratischen Aufwand alle Waren kostenfrei zur Verfügung stellten und ebenfalls dafür sorgten, dass für die Heimreise ein großes Lunchpaket gerichtet werden konnte.

In der Zwischenzeit war dann bekannt, dass das Durlacher Reiseunternehmen Cramer den Ersatzbus sowie den Fahrer für die Heimreise zur Verfügung stellen kann und so konnte kurz vor 12.00 Uhr mit der Beladung des neuen Busses begonnen werden. Hierbei verabschiedeten alle am Einsatz beteiligten Helferinnen und Helfer der Rettungsorganisationen die Gruppe und sorgten mit dem Lunch-Paket noch einmal für ein wenig mehr Lächeln in den Gesichtern der Jugendlichen, die inzwischen von Ihren Betreuern erfahren hatten, dass Ihr Busfahrer im Krankenhaus verstorben ist. Nun begann die 10stündige Rückfahrt mit Ziel Calais, wo die Reisenden in einen von Newcastle kommenden Reisebus umsteigen konnten.

Für die Einsatzkräfte der SEG Durlach ging der inzwischen 15-stündige Betreuungseinsatz um 16.00 Uhr zu Ende, als man die Notunterkunft wieder rückgebaut hatte und den Heimweg in die Fahrzeughalle antreten konnte. An dieser Stelle ein Dankeschön an alle beteiligten Einsatzkräfte, die an diesem Beispiel deutlich machten, wie schnell und unbürokratisch eine Hilfeleistung durchgeführt werden kann.

Bilder vom Einsatz in der Weiherhalle auf www.durlacher.de

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