Sanierungsstau bremst Stadtentwicklung im rumänischen Temeswar

Vortrag in der Karlsburg am 03. November 2008

Delegation informierte auf Einladung des Freundeskreises über Erhalt der Altbauquartiere

"Wir müssen in kurzer Zeit nachholen, was in den vergangenen 50 Jahren versäumt wurde", berichtete am Montagabend, 03. November 2008 der Oberbürgermeister der rumänischen Stadt Temeswar, Dr. Gheorghe Ciuhandu, den Gästen in der Durlacher Karlsburg. Geladen hatte der Freundeskreis Karlsruhe-Temeswar, der unter Leitung von Heinz Doll seit 18 Jahren ein "Motor" für die Beziehungen zwischen den beiden Städten und vielen Vereinen und Institutionen ist. Thema des Abends war die städtebauliche Entwicklung der Stadt und die Sanierung der historischen Altstadt. "Denkmäler sind Lesezeichen der Geschichte", so Bürgermeister Wolfram Jäger "und wir sind sicher, dass wir in Zukunft noch viele Lesezeichen gemeinsam setzen werden".

Mehr als 14.000 historische Gebäude befinden sich im Stadtgebiet von Temeswar, die in der österreichisch-ungarischen Regierungszeit eine der Hauptstädte der KuK-Monarchie bildete, so Stadtbaudirektor a.D. Rudolf Schott. Welch ungeheuere Kraftanstrengungen notwendig sind, die zum Teil vom Verfall bedrohten Denkmale zu erhalten und zu sanieren berichteten die Dezernentin für lokale Entwicklung Aurelia Junie und  Jochen Gauly, Projektleiter für die behutsame Erneuerung der Altbauquartiere in Temeswar der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ).  Erst im 19. Jahrhundert wuchsen die Siedlungsgebiete rund um die Festung zu einer Stadt zusammen und die dort befindlichen Gebäude zeichnen sich in der Hauptsache dadurch aus, dass in einem Haus durchschnittlich 14 Wohneigentümer (aber auch bis zu 50 Eigentümer) unterschiedliche Interessen verfolgen. Dies und die Tatsache, dass es keinerlei staatliche Programme für die Sanierung von Privateigentum in Rumänien gibt, führt dazu, dass kaum eines der Gebäude fachgerecht saniert wird.

"Temeswar verzeichnet im Moment eine ungeheure wirtschaftliche Entwicklung am Stadtrand, die jedoch gebremst wird durch den Zerfall der Innenstadt", so Gauly.  In Zusammenarbeit mit den Partnerstädten Karlsruhe und Gera betreut die GTZ seit 2005 ein Projekt, bei dem es vor allem darum geht, Sanierungsgebiete auszuweisen, Handwerker und Ingenieure in die alten Techniken einzuweisen, Anreize für private Investitionen zu geben, Fördergelder der Europäischen Union zu beantragen und die Bewohner, Handwerker, Baufachleute und Unternehmen für den Erhalt der drei historischen Quartiere (Fabrik-, Joseph- und Innen-Stadt) zu sensibilisieren und durch Information und Beratung aktiv in den Prozess der Stadtentwicklung einzubinden. (ps)

Sonderseite zur Partnerstadt Temeswar mit Bildern vom Vortrag
auf www.durlacher.de

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