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Zuhören, beraten und Netzwerk ausbauen

Zuhören, beraten und Netzwerk ausbauen. Foto: pia

Stadtteil-Sprechstunde. Foto: pia

Seit einem Jahr ist Ulrike Wernert kommunale Behindertenbeauftragte / Ein Resümee der vergangenen zwölf Monate

Seit einem Jahr berät Ulrike Wernert die Stadt Karlsruhe in Fragen der Politik für Menschen mit Behinderungen, fungiert als Interessenvertretung und dient behinderten Menschen und ihren Angehörigen als Ansprechpartnerin. „Ein stetig wachsender Teil meiner Arbeit ist die persönliche Beratung“, resümiert die Verwaltungswirtin: „Betroffene oder Angehörige brauchen Informationen oder suchen Rat in schwierigen oder neuen Situationen. Manchmal geht es einfach nur darum zuzuhören.“

Sechs Stadtteil-Sprechstunden organisiert

Insgesamt sechs Stadtteil-Sprechstunden hat Ulrike Wernert bislang organisiert - in Knielingen, Daxlanden, in der Nordstadt, der Waldstadt, in Oberreut und der Südstadt. „Wie erwartet waren die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger meist sehr bezogen auf die dort vorhandene oder nicht vorhandene Infrastruktur“, berichtet Wernert. Dabei sei es etwa um die Planung des Verkehrsraums gegangen, um die Parksituation, um bauliche Hindernisse, barrierefreien Wohnraum oder um den öffentlichen Personennahverkehr. Insgesamt seien die Rückmeldungen sehr positiv: „Gut, dass es Sie gibt“, sagen viele.

Einige Dienststellen der Stadtverwaltung seien bereits mit unterschiedlichen Anliegen und Beratungsbedarf auf sie zugekommen. „Die Erörterungen und Gespräche führen in der Regel zu neuen Ideen und Erkenntnissen, die dann bei der Umsetzung von Projekten in die Entscheidungsfindung einfließen“, so die Behindertenbeauftragte. Alle Dezernate, Ämter und Gesellschaften seien frühzeitig über ihre Aufgaben informiert worden und auch darüber, dass sie Unterstützung anbietet.

Auch mal unkonventionelle Wege gehen

„Nur in seltenen Fällen sind Vorbehalte erkennbar“, vermutet Wernert, dass diese aus der Sorge resultieren, bei der Umsetzung von Barrierefreiheit könne es unter Umständen zu höherem Arbeitsaufwand oder steigenden Kosten kommen. „Hier gilt es, durch Überzeugung und konstruktive Argumente, aber auch durch Hartnäckigkeit das Ziel im Auge zu behalten.“ Noch deutliches Entwicklungspotential sieht sie bei der Umsetzung und Bereitschaft, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen.

Gemeinsam mit dem Beirat für Menschen mit Behinderungen will Wernert weiterhin „kritisch auf Entwicklungen und Gegebenheiten in der Stadt achten, diese aufgreifen und mit den Verantwortlichen diskutieren.“ Außerdem möchte sie thematische Schwerpunkte setzen, etwa die „Leichte Sprache“ vorantreiben, um auch die Kommunikation barrierefrei zu gestalten. Als Ansprechstelle für alle Betroffenen, Verantwortlichen und Interessierten will Wernert das Netzwerk weiterausbauen

Die Schaffung eines oder einer weisungsunabhängigen Beauftragten für alle Stadt- und Landkreise schreibt das Landesbehindertengleichstellungsgesetz vor.

von pia veröffentlicht am 06.10.2017

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