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Schon seit 10 Jahren funkelt Durlach im neuen Outfit!

Im Rahmen des DurlacherLeben-Forums am 28. November 2017 wurde Günter Widmann (l.) durch den 1. Vorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung, Schahryar Essari (r.), für sein Engagement gedankt. Fotos: cg

Im Rahmen des DurlacherLeben-Forums am 28. November 2017 wurde Günter Widmann (l.) durch den 1. Vorsitzenden der Wirtschaftsvereinigung, Schahryar Essari (r.), für sein Engagement gedankt. Fotos: cg

Ein Gastbeitrag von Günter Widmann zur Durlacher Weihnachtsbeleuchtung.

Wenn Ende November hin und wieder der Verkehr in der Durlacher Innenstadt um Stehen kommt, ist es meist der Weihnachtsbeleuchtung wegen. Durlach hat in den letzten 10 Jahren kontinuierlich aufgerüstet, so dass mittlerweile neben der Einkaufsmeile Pfinztalstraße vom Hengstplatz bis zum Ortseingang die meisten Seitenstraßen einschließlich dem historischen Saumarkt weihnachtlich beleuchtet werden. Hinter dieser Arbeit steht eine gewaltige logistische Leistung, die der ehemalige Druckereibesitzer und begeisterte Durlacher Günter Widmann seit der erstmaligen Installation im Jahr 2008 engagiert und mit viel Herzblut ehrenamtlich umsetzt. Nicht nur, dass er ständig neue Ideen zur Erweiterung der Beleuchtung in der Durlacher Innenstadt hat, so findet er auch immer wieder Wege zur weiteren behutsamen Aufwertung und Ergänzungen in einzelnen Straßen, an exponierten Plätzen und Geschäften entlang der Pfinztalstraße.

Montage unter erschwerten Bedingungen

Damit rechtzeitig zu Beginn des Durlacher Weihnachtsmarkts alle Elemente aufgehängt und angeschlossen sind, müssen die eingelagerten Lichterketten und Sterne vorgeprüft und für die einzelnen Montageschritte gerichtet werden. Rund 300 Baumsterne, über 60 Großsterne zwischen den Überspannungen, zahlreiche Beleuchtungselemente an Peitschenlampen und Vordächern, sowie weitere Lichterketten in den Seitenstraßen werden alljährlich nach der Funktionsprüfung neu montiert und nach dem Ende der Weihnachtszeit wieder abgenommen.

Die größten Probleme entstehen leider immer wieder in der Pfinztalstraße, wenn im laufenden Geschäftsverkehr zwischen fahrenden Straßenbahnen und Waren liefernden Geschäftsfahrzeugen die großen Sterne an den Überspannungen aufgehängt werden. Schließlich wird der Strom der Straßenbahn nicht extra unterbrochen, weshalb mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen der Schutz des Montageteams an erster Stelle steht. Kurzzeitige Verkehrsunterbrechungen können dabei einfach nicht verhindert werden. Ist einmal der Anfang gemacht, geht die Arbeit in der Regel zügig von statten. Aus den vergangenen Jahren sind meistens noch die Einspeisungen und Aufhänge-Vorrichtungen vorhanden, durch Bauarbeiten und Hausrenovierungen an manchen Stellen aber auch neu zu montieren und zu verlegen. Der größte, mit Sternen geschmückte Baum am Hengstplatz, ist mit seinen fast 30 Elementen, für alle Besucher die mit dem PKW aus dem Pfinztal beziehungsweise östlich von Durlach kommen, schon von weitem zu sehen. Bei den Straßenüberspannungen  bleiben das Jahr über aus technischen Gründen die Lichtschnüre hängen, die großen Sterne werden allerdings wie auch einzelne Beleuchtungselemente an den Geschäften nach Dreikönig abgenommen, eingelagert und dann in der Vorweihnachtszeit wieder neu angebracht.

Mit den Lichterketten wird nicht gespart

Wenn die kleineren Bäume auch nur in der Regel 15 Sterne haben, sind sie jedoch als Ensemblewirkung eine schöne Abwechslung zwischen den einzelnen Straßen-Einmündungen. Und dann der Marktplatz mit dem Rathaus! Hier hat Günter Widmann mit seinem Händchen für gekonnte Illumination einen der Höhepunkt gesetzt. Zum Markt-Brunnen hin, sind außer am Rathausbalkon von  dem „Der Karle mit de Dasch“ mild beleuchtet herunter grüßt, noch zwei weitere Lichterreihen bis in 18 Meter Höhe an den Balustraden der historischen Fassade angebracht. Rundherum sind am Gebäude alle Fenster mit Einzelelementen beleuchtet und selbst an der Seite zum Saumarkt wurde mit den Lichterketten nicht gespart.

Ungeachtet der nicht gerade geringen Kosten für die Montage werden jährlich immer wieder Überlegungen neu angestellt, welche Erweiterung sinnvoll und welche Ergänzungen eventuell notwendig sind.

Gewollt nostalgisch

Ganz bewusst wurde in Durlach eine warme Lichtfarbe gewählt, die im Gegensatz zur harten, bläulich schimmernden Ice-Light-Farbe, mit mildem Licht die schönen Proportionen besonders von alten Gebäude zur Geltung bringt. Die mit der Straßenbahn kommenden Besucher sehen ab dem Bahnhof Durlach schon von weitem ein wahres Lichtermeer von Weihnachtsbeleuchtungen. Dies steigert sich ab der Friedrichschule zu einem echten Beleuchtungs-Staccato. Viele Besucher, die durch Mund-zu-Mund Propaganda oder durch die Presse auf den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt aufmerksam wurden, äußern sich sehr überrascht ob der traumhaften Atmosphäre. Jährlich steigende Besucherzahlen zeigen, dass in Durlach der richtige Weg gefunden wurde, das weihnachtliche Gefühl behutsam zu vermitteln und auch entsprechende Kauflaune zu fördern.

Durlach möchte sich mit seiner weihnachtlichen Illumination deutlich von den teilweise grell blinkenden mit farbigen Lichtschläuchen verzierten Geschäften einzelner Fastfood-Unternehmen in Karlsruhe unterscheiden und mit dem gewollt nostalgischen Beleuchtungskonzept immer wieder auf sich aufmerksam machen. Selbst die großen Durlacher Altenheime wie das Parkschlössle oder der Eisenhafengrund sind der Konzeption gefolgt und geben damit ihren Bewohnern schon am Haus gleich ein wenig vom weihnachtlichen Durlach wider.

Nach wie vor bietet Durlach-Aue, im Weihnachtskonzept voll mit eingebunden, leider nur wenig mehr Möglichkeit als um die Banken herum die Gebäude selbst und einzelne Bäume, zu beleuchten. Vielleicht wird aber auch dort bei der Neugestaltung der großen Kreuzung auf dieses Problem Rücksicht genommen.

Nächste Schritte angehen

Günter Widmann würde gerne mit einem erweiterten Team die nächsten Schritte angehen, denn Durlach hat sachlich betrachtet einfach das Potential für weitere Sahnehäubchen. Denken wir nur an die historische Schlossfassade welche Möglichkeiten sich da anbieten. Erste Gedankenspiele für winterliche Schlosslichtspiele die in Anlehnung an das Karlsruher Sommer-Erfolgsmodell stattgefunden haben, sind durch die enormen Kosten leider vorerst ins Stocken geraten. Vielleicht kommen dazu aus der Bevölkerung oder gar aus Karlsruhe noch weitere Ideen, die es wert sind, aufgegriffen zu werden um die Vision der Mittelalterlichen Weihnacht passend zum Durlacher Weihnachtsmarkt noch toppen zu können.

Nicht umsonst kommen durch die bis jetzt erfolgreich umgesetzte Präsentation des vorweihnachtlichen Durlach immer wieder Anfragen von Umlandgemeinden und –städten, die gerne unser Erfolgsrezept kopieren würden um ihre eigene Stadt auch einmal mit der gleichen Atmosphäre wie bei uns zu versorgen. Die ersten 10 Jahre mit dem neues Beleuchtungskonzept haben Durlach gut getan. Gut vorbereitet für die kommenden Jahre kann die Durlacher Geschäftswelt ihr „Neues Kleid“ während der Weihnachtszeit mit Stolz tragen.

Fotos

von pm veröffentlicht am 29.11.2017

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