Gesellschaft "Bavaria" Durlach
"Liebe, Freundschaft, Sitte stets in unsrer Mitte"
So lautet das Motto der Tischgesellschaft Bavaria!
Herren-Bavarenausflug nach Freudenstadt-Lauterbad
Am Samstagmorgen (13.5.) trafen sich 10 Bavaren um den diesjährigen Herrenausflug zu unternehmen. Unser Bavare Klaus Gabele hatte im Voraus alles geplant, das Gasthaus zum Mittagessen, die Stadtführung und das Hotel zur Übernachtung organisiert.
So wurden wir schon bei der Ankunft in Freudenstadt von unserer Stadtführerin begrüßt, das Gepäck von dem Hoteltaxi in empfang genommen und der Rundgang durch Freudenstadt begann. Alle waren überrascht von so vielen Sehenswürdigkeiten die diese Stadt zu bieten hat.
Doch um 13.00 Uhr nach der Stadtführung meldete sich so langsam der Hunger und der Durst, aber auch für diese Situation war von Klaus Gabele gesorgt, denn im „Turmstüble“, einer Brauerei waren schon Plätze für uns reserviert. Dort wurde der Durst mit einem zünftigen „Maibock“ und einer guten Mahlzeit Hunger und Durst gestillt.
Nach der Einkehr ging es mit dem Haustaxi zu unserem Hotel „Zollernblick“ in Lauterbad, Zimmer wurden verteilt und jeder brachte sein Gepäck auf sein Zimmer. Der leckere Kuchen von der Kuchentheke verführte manchen Kuchen und Kaffee einzunehmen.
Wer jetzt meinte sein Bauch wäre zu voll von dem gehaltvollen Kuchen, für dem war Gelegenheit gegeben das zweite Hotel (5 Sterne) das zu unserem Hotel gehört zu besuchen und zu besichtigen.
Der Abend im Hotel war sehr unterhaltsam, nach dem vorzüglichen Abendessen nach Wahl entspann sich eine rege Unterhaltung die bis spät in den Abend andauerte.
Der nächste Tag führte uns nach Baiersbronn, dort war ein Besuch auf der Glasmännlehütte vorgesehen. Zu Fuß ging es vom Bahnhof Baiersbronn ca. 1 Km zum Sessellift der uns zur Hütte brachte, diese liegt auf einer Höhe von 777 Meter. Hier waren ebenfalls Plätze für uns reserviert und die Hüttenwirtin bot uns einen kühlen Drank und ein zünftiges Vesper.
Leider war die Rückkehr ins Tal durch den einsetzenden Regen etwas verzögert, doch wir erreichten gut und wohlbehalten den Bahnhof Baiersbronn, dort nahmen wir unser Gepäck vom Hoteltaxi entgegen und in wenigen Minuten kam unsere Bahn, die uns wieder nach Durlach brachte.
Abschließend darf man feststellen, dass es ein gelungener Ausflug war, der unsere Heimat etwas näher gebracht hat. All das verdanken wir unserem Bavaren Klaus Gabele, er hatte alles präzise und genau geplant und organisiert, daher möchten alle Teilnehmer ihm auf diesem Wege nochmals herzlichen Dank sagen für all die Mühe und Zeit die er für die Durchführung aufgewendet hat.
Geschichte
Die Durlacher Bavaren sind eigentlich eine "stille Gesellschaft", jedoch nicht im juristischen, sondern im direkten Sinne. Sie drängt nicht nach außen und viele Durlacher wissen gar nichts von der Existenz dieser Vereinigung.
Hier ein Rückblick über die Geschehnisse des Gründerjahres 1894, in dem der Reichstag die Handelsverträge mit Russland beschloss, in dem der in Karlsruhe als Professor tätige Physiker und Entdecker Heinrich Rudolf Hertz verstarb, in dem der Serologe Paul Ehrlich die Tuberkelbazillen und deren Bekämpfung entdeckte und in dem sich die erste Frauenvereinigung für die Gleichberechtigung der Frau einsetzte. In diesem Jahr wurde aus einer Tanzstundengesellschaft die Bavaria gegründet, mit dem Ziel die Freundschaft und Geselligkeit zu pflegen.
Laut Satzung war das Maximum der möglichen Mitgliederzahl auf 50 gesetzt, was immer streng eingehalten wurde. Verstarb in der Herrengesellschaft ein Mitglied, so wurde nach strengem Auswahlverfahren diese Lücke aufgefüllt.
Weshalb man den Namen "Bavaria" wählte, lässt sich heute nicht mehr feststellen.
Hintergrund
Möglicherweise waren die Bier trinkenden Bavaren ein gewisses Vorbild, denn bei den turnusmäßigen Treffen floss sowohl der Gerstensaft als auch der Wein - sofern keine Kriegszeit war - in Strömen.
In dieser Durlacher Gesellschaft fanden sich Handwerker, Künstler, Arbeiter, Angestellte und Beamte - jedoch keine Akademiker. Politische Einstellung und Religion spielten keine Rolle. Man übernahm jedoch bei den Kommersabenden die studentischen Gepflogenheiten, sang Studentenlieder und trug entsprechende Mützen mit dem blau-roten-goldenen Bavarenband. Hohe Verluste erlitt man in den beiden Kriegen. In der letzten Nachkriegszeit überwanden die Bavaren den Durst mit "Dünnbier", oder dadurch, dass sie eine Nähmaschine gegen Mostobst eintauschten und daraus einige tausend Liter Apfelwein machten, den sie "Hebrechtlang" tauften. So wurde die Durststrecke zum besseren Bier und Wein nach dem Krieg überbrückt.
Die Damen und Ehefrauen der Bavaren waren nur bei den großen Anlässen wie Jubiläum, Fastnacht, Weihnachtfeier und Ausflug zugelassen. Sie trafen sich jedoch gesondert in einem Kränzchen, wo sie einmal in den zwanziger Jahren im "Ochsen" in Durlach bis über die Polizeistunde "tagten" und dann nachts um 2 Uhr von den Ordnungshütern aufgeschrieben wurden.
Dass Ausdauer bei den Bavaren großgeschrieben wird, zeigt die Tatsache, dass die Gesellschaft in den vergangenen hundertdreizehn Jahren von nur acht Präsidenten geleitet wurde: Ernst Korn, Wilhelm Schaber, Albert Jäger, Erwin Postweiler, Willi Schaber, Berthold Hornung und jetzt von Günter Meier.
Ziele
Ziel der Bavaren ist es in der Tat, den ursprünglichen klein gehaltenen Kreis größer werden zu lassen, denn die Höchstmitgliederzahl von 50 ist schon lange unterschritten.
Wer also mit dem Ziel der Freundschaft und Geselligkeit Mitglied im der Bavaria werden will, ist sicherlich in dem traditionsreichen Durlacher Herrenclub herzlich Willkommen.



















































